1. Startseite
  2. Rhein-Main
  3. Wiesbaden

Gedankenaustausch zum Radeln

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Arne Löffel

Kommentare

Ein Bürgerworkshop soll den Fahrradverkehr in Wiesbaden zum Thema haben. Der Medienwissenschaftler Sascha Eschmann wünscht sich eine gewisse Verbindlichkeit für die im Workshop erarbeiteten Inhalte.

Schon seit Jahren diskutiert die Stadtverwaltung darüber, wie die Fahrrad-Infrastruktur der Stadt verbessert werden kann. Und die Bürgerinnen und Bürger diskutieren auch darüber. Leider diskutieren beide Gruppen tendenziell eher intern als miteinander. Das soll nun ein Bürgerworkshop ändern, der von der Wiesbadener Firma „MySocialCity“ im Auftrag des Tiefbauamts organisiert wird.

Der Medienwissenschaftler Sascha Eschmann, Geschäftsführer von MySocialCity, erhofft sich von dem Workshop im Tiefbauamt, dass die Bürgerinnen und Bürger mitteilen, was ihnen besonders wichtig beim Thema Radfahren in Wiesbaden ist. „Wir haben natürlich Themen vorbereitet, der Impuls kann aber auch von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern kommen“, so Eschmann.

Die Besucher treffen sich laut Eschmann zum Auftakt der Veranstaltung in einer Aula im Tiefbauamt. „Hier wird es ein paar Worte der Dezernentin geben, zugleich werden wir die anstehenden Themen besprechen“, erklärt Eschmann. Wenn die Themen gesetzt sind, teilen sich alle auf verschiedene, 90-minütige Workshops auf, in denen an Lösungsvorschlägen der drängenden Probleme gearbeitet werden soll.

„Das kann was Lokales sein, wie die Überquerung einer bestimmten Kreuzung oder Autobahnabfahrt“, sagt Eschmann. Aber auch größere Zusammenhänge wie zum Beispiel das emotionale Verhältnis von Autofahrern und Radfahrern sowie der wechselseitige Umgang miteinander könnten thematisiert werden.

Neu ist das Thema in der Stadt beileibe nicht. Abgesehen davon, dass der bundesweit letzte Platz im Fahrrad-Klima-Test des ADFC mittlerweile eine traurige Tradition geworden ist, wird schon lange an möglichen Lösungen gebastelt: Es gibt das regelmäßig tagende Radverkehrsforum, bei dem Träger öffentlicher Belange miteinander über entsprechende Möglichkeiten diskutieren. Hier wurde auch das aktuelle Radverkehrsgutachten des Bonner Verkehrsplaners Arne Blase vorgestellt.

Andrea Scheffler, die persönliche Referentin der Dezernentin für Stadtentwicklung, Bau und Verkehr, Sigrid Möricke (SPD), sieht in dem nun zusätzlichen Angebot eines Bürgerworkshops keine Redundanz. „Wir möchten die Bürgerinnen und Bürger stärker in die Debatte einbeziehen, sie mitnehmen. Die bisherigen Bemühungen waren von Fachleuten und Expertengremien getragen“, so Scheffler auf Anfrage.

Die im Radverkehrsgutachten formulierten Verbesserungsvorschläge sollen laut Eschmann auch Thema des Bürgerworkshops sein. „Vielleicht entsteht daraus eine Priorisierung, aus der die Verwaltung die nächsten Schritte ableiten kann“, hofft Eschmann. Scheffler kann sich das gut vorstellen, sieht eine mögliche Priorisierung aber nicht als ultimativen Fahrplan. „Wir müssen auch immer auf die Umsetzbarkeit achten. Wenn da nun ein Vorhaben ganz oben steht, das aber nicht schnell umgesetzt werden kann, dann warten wir mit den anderen Maßnahmen nicht, bis sie an der Reihe sind“, so Scheffler.

Eschmann wünscht sich dennoch eine gewisse Verbindlichkeit für die im Workshop erarbeiteten Inhalte. „Es ist dann an der Stadt, den Bürgerinnen und Bürgern zu zeigen, dass die Vorschläge nicht einfach in der Schublade verschwinden“, sagt der Wiesbadener Medienwissenschaftler.

Der Workshop berge natürlich auch die Gefahr, dass die Bürgerinnen und Bürger vor allem ihrem Unmut Luft machen möchten. „Auch hierfür wird es eingangs die Möglichkeit geben. Aber nach einer gewissen Zeit des Dampfablassens sollte eine konstruktive Debatte entstehen“, wünscht sich Eschmann, der im Auftrag der Stadt auch bereits den Sauberkeits-Workshop organisiert hat.

Auch interessant

Kommentare