EM und Johannisnacht

Gebremster Rausch

Vorbereitung auf Fußball- und Johannisnacht

Von Armin Seibert

Kein Autokorso auf der Rheinstraße nach dem Deutschland-Spiel – das ist die Devise der Polizei. Denn die Kombination von Johannisnacht und Fußballfieber mit Zehntausenden Besuchern birgt ein großes Gefahrenrisiko. Polizei-Einsatzleiter Kai Süßenbach erinnert an den Tod eines kroatischen Fans in Frankfurt, der bei einer Siegesfahrt aus dem Cabrio fiel und starb. Lange Kolonnen auf der Rheinstraße will man verhindern. Wer von Weißliniengasse oder Holzhof dorthin will, wird Richtung Weisenau abgeleitet. Autos von der Theodor-Heuss-Brücke müssen Richtung Mombach fahren.

„Nach dem Spiel wird es Beeinträchtigungen in der Stadt geben,“ sagt Süßenbach. Man werde feiernde Fans nicht davon abhalten können, sich auf die Straße zu setzen – da seien Absperrungen noch leichter zu bewerkstelligen.

Verhindern kann man Siegesfahren nicht, weiß Polizeisprecher Rene Nauheimer. Er hofft, dass die Kombination von EM und Johannisnacht so friedlich verläuft wie 2008.

Darauf freut sich Festdezernentin Marianne Grosse: „Wir eröffnen die Johannisnacht, schauen das Spiel und feiern dann weiter!“ Sie erhofft sich einige Tausend zusätzliche Besucher durch die EM. Das Bühnenprogramm laufe ungeachtet des EM-Spiels ab. Ein Public Viewing auf der Festmeile werde es nicht geben.

Vor dem Startschuss mit Bieranstich auf dem Jockel-Fuchs-Platz läuft der Aufbau der 800 Stände und Fahrgeschäfte auf Hochtouren. Rüdiger Tasch koordiniert den Einsatz der 25 städtischen Mitarbeiter. Da ist oft Improvisieren angesagt, denn die auf Papier exakt stimmenden Maße seien in der Realität oft anders. Hinzu kommen Lebensmittelüberwachung, Jugendschutz, Verkehrsregelung, Technikprobleme. „Ich könnte ein Buch schreiben“, scherzt Tasch. Da wurde einst eine im Zug vergessene Geige des irischen Musikers Frankie Gavin über Bonn auf die Mainzer Bühne geholt, ein Schubschiff brachte die Rheinfähre fürs Feuerwerk in Position.

Fluchtwege angepasst

Nach der Katastrophe von Duisburg waren 2011 auch in Mainz die Fluchtwege deutlich vergrößert worden. Jetzt hat man sie nach einem Rundgang mit Feuerwehr und Zivilschutz wieder etwas verkleinert. „Ein goldener Mittelweg zwischen Sicherheit und finanzieller Notwendigkeit“, sagt Tasch. Bühnenbauer Matthias Becker findet die Sicherheitslage „unproblematisch“. Auch Ortsunkundige würden am Schillerplatz einen Fluchtweg finden. In Duisburg sei „viel Dummheit mit im Spiel“ gewesen.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare