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Gassi de Luxe

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Dagmar Weyerhäuser gewinnt mit ihrer Firma StadtLandHund den Innovationspreis.

Von Gesa Fritz

Höflichkeit ist nicht eben Balous Stärke. Laut gähnt der siebenjährige Rüde, wirft dem Fotografen einen leicht verächtlichen Blick zu und wendet sich dann desinteressiert ab. Was juckt es ihn, wenn seine Besitzerin ins Lampenlicht gerät.

Dagmar Weyerhäuser, so heißt die Frau am anderen Ende der Hundeleine, war vor fünf Jahren noch eine ganz normale Arbeitnehmerin – und vor allem ohne Hund. Heute ist sie Gründerin und Inhaberin eines Unternehmens, das um Hunde kreist. Und Trägerin des Wiesbadener Innovationspreises 2012. In den Jahren dazwischen hat sie ziemlich viel umgekrempelt.

Zuerst ist sie vor vier Jahren auf den Hund gekommen. Balou lernte sie kennen, als die Vorbesitzerin des Husky-Schäferhund-Mischlings starb. Kurzerhand übernahm sie das Tier. Dann wurde Weyerhäuser selbst so krank, dass sie ihr Leben, so wie es bis dahin vor sich hinplätscherte, in Frage stellte.

Ihr neues Leben wird von ihrer Gründung „StadtLandHund“ bestimmt. Seit Dezember bietet sie besondere Unternehmungen für Hundebesitzer mit ihren Tieren an. Auf dem Programm steht etwa eine Vollmondtour. Da geht es mit den Hunde zur nächtlichen Stunde durch den Wald, immer auf der Spuren von mondsüchtigen Hunden, Menschen und dem Mythos vom Werwolf.

Bei Führungen durch die Stadt erzählt sie von den historischen Bauten, gibt aber auch Tipps, wo es schicke Leinen, ein gutes Wellness-Programm für die Vierbeiner oder günstiges Hundefutter gibt. Bei der Fototour können die Besitzer lernen, wie sie ihre Vierbeiner richtig ins Bild bringen und sogar einen eigenen Film drehen. Noch in Planung ist „Gassi de Luxe“. Da soll ein bekannter Koch die Vierbeiner und ihre Besitzer mit leckeren Häppchen und Champagner auf der grünen Wiese verwöhnen.

Um zu testen, ob ihre Unternehmensidee überhaupt ankommt, bietet Weyerhäuser seit knapp zwei Jahren regelmäßige „Hunderunden“ an. Auch diese geführt und mit Angeboten, die über den reinen Spaziergang hinausgehen. Allerdings kostenlos.

Die Resonanz auf dieses Angebot war überwältigend. Rund 50 Mitläufer hat sie in ihrem Verteiler. „Auf so etwas habe ich gewartet“, sagt Jutta Schuster, die mit ihrem Schnauzer von Anfang an mit dabei ist. Sie habe dabei neue Freundschaften geknüpft, und auch für die Hunde sei es gut, regelmäßig mit Artgenossen zu tollen. „Ich habe auch keine Lust, jeden Tag dieselbe Strecke zu gehen“, sagt Schuster.

Mitgehen kann jeder, egal ob jung oder alt, männlich oder weiblich, Mensch oder Hund. Und Hunde mit schwierigem Sozialverhalten würden hier eines Besseren belehrt. Feste Regeln gibt es übrigens auch: Beutel für die Hinterlassenschaften müssen immer dabei sein. Und absolut unerwünscht ist der Spruch: „Der tut schon nichts.“

Das Angebot ist im Internet unter www.stadtlandhund.com zu finden.

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