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Gasexplosion zerstört Wohnhaus in Wiesbaden

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Von: Madeleine Reckmann

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Die Explosion riss Fenster und Türen aus den Angeln.
Die Explosion riss Fenster und Türen aus den Angeln. © Feuerwehr Wiesbaden

Zwei Personen werden verletzt. Die Zuleitung unter dem Vorgarten ist defekt. Die Rohre stammen aus dem Jahr 1973.

Der Druck der Explosion hat die Türen aus den Angeln gehoben, die Fensterscheiben sind geborsten, und ein Feuer ist ausgebrochen. Was am Mittwoch um halb acht Uhr im Hessenring im Wiesbadener Stadtteil Nordenstadt geschehen ist, ist der Albtraum all derjenigen, die mit Gas heizen oder kochen.

Eine Gasverpuffung hat laut Mitteilung der Feuerwehr in einem Einfamilienhaus zu einem Brand geführt. Das Feuer zerstörte das Wohnzimmer. Eine 56 Jahre alte Frau ist mit schweren Brandverletzungen in den Schockraum einer Wiesbadener Klinik gebracht worden. Ein 66 Jahre alter Mann hat leichte Verletzungen erlitten und ist zur Abklärung in die Notaufnahme eines Krankenhauses überstellt worden. Die Feuerwehr hat das Feuer gelöscht.

Nachdem zunächst unklar war, wo das Gas ausgeströmt ist, haben Einsatzkräfte der Feuerwehr und Mitarbeiter des Energieversorgers Eswe im Verlauf des Vormittags die Ursache entdeckt: Demnach hat es in der unter dem Vorgarten verlaufenden Gasleitung, also außerhalb des Hauses, ein Leck gegeben. Nach Angaben der Feuerwehr hat sich das Gas unterirdisch ausgebreitet, ist durch die Mauerritzen ins Haus gelangt und hat sich dort angesammelt. Die Bewohnerin und der Bewohner haben die Explosion wahrscheinlich mit dem Anknipsen des Lichtschalters oder einem anderen Gerät ausgelöst.

Die Feuerwehr sperrte umgehend die Gasversorgung zum Haus, die Stromzufuhr wurde unterbrochen. Wie Eswe mitteilt, haben Mitarbeiter des Versorgers, der auch für das Gasnetz verantwortlich ist, mit Probebohrungen und Spürgeräten sicherstellen können, dass in der Umgebung des Hauses kein Gas mehr austritt. Auch in den Nachbargebäuden haben Messungen stattgefunden, die kein Gas feststellen konnten. Um 11.40 Uhr hat die Feuerwehr endgültig Entwarnung geben können.

Gutachter eingebunden

Nach Freigabe des beschädigten Gebäudes wird nun untersucht, wie es zu der Verpuffung kommen konnte. Nach Angaben von Eswe wird die Hausinstallation geprüft und gemeinsam mit einem Gutachter die zuführende Gasleitung frei gegraben und auf Dichtigkeit getestet. Es handele sich um eine Leitung aus Polyethylen mit einem Durchmesser von 50 Millimetern aus dem Jahre 1973. ESWE Versorgung habe das Gasversorgungsnetz in Nordenstadt 1994 von der Maingas AG übernommen, so die Pressestelle von Eswe Versorgung. Heute betreibe das Unternehmen insgesamt 826 Kilometer Gasleitungen.

ESWE verweist darauf, bei Gasgeruch im Haus das Gebäude zu verlassen und von außerhalb sofort die Störungsstelle (0800 780-2201) zu alarmieren. Auch unter 112 kann alarmiert werden.

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