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Gasexplosion in Wiesbaden: Eigentlich ist der Werkstoff sicher

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Von: Madeleine Reckmann

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Fenster und Türen wurden herausgerissen.
Fenster und Türen wurden herausgerissen. © Feuerwehr Wiesbaden

Ein Sachverständiger äußert sich zu den Ursachen für ein Leck in einer Gasleitung.

Die Gasexplosion im Wiesbadener Stadtteil Nordenstadt dürfte all jene beunruhigen, die mit Gas heizen. Der öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige Martin Hundler aus Wiesbaden erklärt, wie es zu einem solchen Unfall kommen kann.

Wie kann es dazu kommen, dass eine unterirdisch verlegte Gasleitung ein Loch bekommt? In diesem Fall handelt es sich um eine Polyethylenleitung (PE) von 50 Millimeter Durchmesser aus dem Jahr 1973.

Generell dürften keine Leckagen an Polyethylenrohren auftreten. Der Werkstoff bleibt dauerhaft dicht, auch nach 50 Jahren. Normalerweise ist eine frühzeitige Alterung der Werkstoffe auszuschließen.

Können Lecks an den Verschraubungen auftreten?

Entweder werden PE-Rohre verschweißt oder verschraubt. Das sind sicher installierte Systeme. In beiden Fällen kann es eigentlich zu keiner Leckage kommen.

Könnten äußere Einwirkungen die Leitung beeinträchtigen.

Ja, wenn Bauarbeiten in der Nähe stattfinden, Leitungen überfahren werden oder Baumwurzeln mit ihrer enormen Kraft die Leitung unterirdisch verformen, können Leckagen auftreten. Nagetiere als Verursacher sind auszuschließen, es sind keine Schäden durch Nagetiere bekannt.

Wie oft kommen Löcher in Kunststoffleitungen vor?

Äußerst selten. In den 30 Jahren in seinem Beruf hat Martin Hundler keine Leckagen ohne äußere Einwirkungen in PE-Leitungen erlebt.

Werden Gasleitungen regelmäßig kontrolliert?

Der Gasanschluss im Haus wird vom Gasversorger turnusmäßig überprüft oder ausgetauscht. Aber die Hausanschlussstrecke vom Haus bis zur Hauptleitung unterliegt keiner Wartungspflicht. Das Gasnetz ist grundsätzlich sicher.

Was haben Hausbewohner:innen zu beachten?

Nach Angaben der Feuerwehr wird Gas ein Odorierungstoff zugesetzt, der ihm einen stechenden Geruch verleiht. Wer diesen Geruch wahrnimmt, sollte das Haus verlassen und von außen die Störungsstelle (0800 / 780 220 1) oder die Feuerwehr (112) anrufen.

Von Madeleine Reckmann

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