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Gas-Alarm in Shisha-Bar

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In Wiesbaden erleiden acht Menschen eine Kohlenmonoxidvergiftung.

Von Jana Kinne

In Wiesbaden erleiden acht Menschen eine Kohlenmonoxidvergiftung.

Durch einen Verkehrsunfall war die Polizei auf den Kohlenmonoxidaustritt in einer Bar im Wiesbadener Westend aufmerksam geworden. Bei dem Unfall wurden am Dienstagabend laut Feuerwehr acht Menschen verletzt.

Ein Autofahrer war wegen plötzlicher Übelkeit von der Straße abgekommen und gegen eine Laterne geprallt. Der Rettungsdienst stellte einen erhöhten CO-Wert im Körper des Mannes fest, der berichtete, zuvor die Shisha-Bar in der Wellritzstraße in Wiesbaden besucht zu haben. Daraufhin suchten Feuerwehr und Rettungsdienst die Bar auf und stellten einen erhöhten CO-Wert in der Luft fest. Sieben weitere Gäste wurden in ein Krankenhaus gebracht. Zwei von ihnen kamen in die Druckkammer der Asklepios-Paulinen-Klinik, die dafür sorgt, dass der Sauerstoff im Blut gelöst und das giftige Gas verdrängt werden.

Auch die Bewohner des Hauses, in dessen Untergeschoss sich die Bar befindet, mussten vorsorglich ihre Wohnungen verlassen, konnten jedoch am gleichen Abend zurückkehren.

Die Feuerwehr geht davon aus, dass die erhöhten Kohlenmonoxidwerte durch die Shishas in der Bar entstanden sind. „Nach unserem Kenntnisstand können alle anderen Faktoren ausgeschlossen werden“, sagt der stellvertretende Amtsleiter der Wiesbadener Feuerwehr, Karlheinz Hartenfels.

Kohlenmonoxid entsteht bei organischen Verbrennungen, also bei der Wasserpfeife durch das Anheizen der Kohle. Wird nicht genügend gelüftet, kann sich das Gas in Räumen ansammeln.

„Wir sind hier in Wiesbaden für Kohlenmonoxidunfälle sensibilisiert“, sagt Hartenfels. Seit August 2011 tragen Feuerwehrmänner, Sanitäter und Notärzte in Wiesbaden bei Einsätzen handygroße Kohlenmonoxidmelder bei sich. Der Wiesbadener Brandschutzmeister Marco Pfeuffer hatte zuvor in einer bundesweit anerkannten Studie auf die Gefahren durch Kohlenmonoxid aufmerksam gemacht.

Es ist nicht der erste Shisha-Unfall in Wiesbaden: Im Januar 2012 hatte es einen Unfall mit Wasserpfeifen in einer Gaststätte in Mainz-Kastel gegeben. Zwei Menschen wurden dabei verletzt. Im Dezember 2011 waren zehn Partygäste bei der Weihnachtsfeier eines Shisha-Versandshops wegen erhöhter CO-Werte im Blut ins Krankenhaus gebracht worden.

Aktuell prüfen Polizei, Ordnungsamt und Feuerwehr, ob tatsächlich die Shishas für die Vergiftung verantwortlich sind und ob Lüftungsvorschriften nicht eingehalten wurden. „Wir prüfen, welche Konsequenzen zu ziehen sind“, sagt Ordnungsdezernentin Birgit Zeimetz (CDU). Die betroffene Bar bleibt laut Polizei vorerst geschlossen. Am Tag danach ist die Tür versiegelt. In roten Lettern prangt noch die Ankündigung „Neueröffnung“ an der Tür.

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