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Fußball statt Glotze

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Mehrheit der Kinder treibt nach wie vor Sport

Von Fabian Siegel

Nicht nur Glotze schauen und Computer spielen: Rund 85 Prozent der Wiesbadener Kinder und Jugendliche treiben regelmäßig Sport. Zu diesem Ergebnis kommt der zweite Teil einer repräsentativen Umfrage zur sportlichen Betätigung, den die Stadt nun veröffentlicht hat. Im Vergleich zu einer Vorgängerstudie aus dem Jahr 2003 sind die Zahlen allerdings deutlich gesunken.

Damals hatten 95 Prozent der Kinder und Jugendlichen angegeben, Sport zu treiben – fast zehn Prozent mehr als in der aktuellen Erhebung. „Das ist für uns ein deutliches Zeichen, die Sportförderung noch ernster zu nehmen“, sagte Oberbürgermeister Helmut Müller (CDU) gestern.

Migration spielt eine Rolle

Ansatzpunkte gibt es einige, denn die Studie liefert detaillierte Aussagen über die jungen Aktiven. So treiben Mädchen beispielsweise seltener Sport als Jungen. Auch der Migrationshintergrund spielt eine entscheidende Rolle: Bei Befragten mit Migrationshintergrund liegt die Quote der Stubenhocker bei fast 20 Prozent, unter den übrigen Befragten nur bei zehn. Deutlich wird das vor allem bei Mädchen mit Migrationshintergrund. Von ihnen üben nur rund zwei Drittel regelmäßig eine Sportart oder andere Freizeitaktivität mit Bewegung aus.

„Wir müssen uns fragen, wie wir die Kinder auf das Sportangebot aufmerksam machen“, sagte OB Müller. Neben der Aufklärungsarbeit an Schulen und unter den Eltern könnte er sich auch vorstellen, mit Kinderärzten zu kooperieren. „Diese könnten in den Vorsorgeuntersuchungen schon gezielt auf Sportangebote in der Nähe hinweisen.“

Mehr als die Hälfte im Verein

Trotz dieses Ergebnisses: Die weitläufige Meinung, dass viele Kinder und Jugendliche Fußball oder Radfahren nur noch von der Spielekonsole oder dem PC kennen, wird durch die Erhebung widerlegt. Der Großteil der Kinder treibt nach wie vor mindestens einmal pro Woche Sport. Die meisten zusammen mit Freunden, immerhin 59 Prozent im Verein.

Mehr als die Hälfte der Befragten bewertet die Spiel- und Sportmöglichkeiten in der Stadt als gut. Dennoch wünschen sich 38 Prozent Verbesserungen, vor allem bei Angeboten und Anlagen. Die beliebtesten Sportarten sind Fußball bei den Jungen und Tanzen bei den Mädchen. „Gerade Trendsportarten wie das Tanzen möchten wir in Zukunft noch mehr fördern“, kündigt Helmut Müller an.

Vorschläge wie dieser sollen in den neuen Sportentwicklungsplan aufgenommen werden, der Grund für die aktuelle Erhebung ist. Befragt wurden 1029 Kinder und Jugendliche zwischen zwölf und 17 Jahren an neun ausgewählten Schulen. Gut die Hälfte von ihnen hat ausländische Wurzeln.

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