Füchse schleppen einen für Menschen äußerst gefährlichen Parasiten ein: den Fuchsbandwurm.
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Füchse schleppen einen für Menschen äußerst gefährlichen Parasiten ein: den Fuchsbandwurm.

Füchse Lerchenberg

Fuchs bringt Parasiten

Eine Ansteckung mit dem Fuchsbandwurm kann zu tödlichen Folgen führen.

Von Joachim Knapp

Dass Menschen von einem Fuchs gebissen werden, kommt in einem tollwutfreien Gebiet wie dem unseren nur sehr selten vor. Dennoch ist die Einwanderung der kleinen Räuber in menschliche Siedlungsgebiete wie den Lerchenberg nicht ganz unbedenklich. Denn Füchse schleppen einen für Menschen äußerst gefährlichen Parasiten ein: den Fuchsbandwurm (Echinococcus multilocularis). Statistisch ist jeder vierte Fuchs befallen.

Der Fuchsbandwurm kann für Menschen noch Jahre nach dem Befall tödliche Folgen haben. Laut Veterinäramt Mainz-Bingen sind bislang allerdings keine solchen Fälle bekannt. Im gesamten Land Rheinland-Pfalz haben sich demnach seit 2005 jährlich zwischen 0 und 6 Menschen mit dem Parasiten infiziert, bundesweit liegen die Zahlen in den vergangenen Jahren zwischen 93 und 125.

Infektionsfähige Eier des Parasiten werden mit dem Kot der befallenen Tiere ausgeschieden und können daher in Wald- und Wiesengebieten durch den Verzehr von Pilzen, Beeren und Fallobst übertragen werden. Mit dem Vordringen der Füchse in menschliche Gärten ist eine Infektion demnach auch über selbst angebaute Salate, Früchte oder Kräuter möglich.

Das Bundesamt für Risikobewertung und das Landesuntersuchungsamt empfehlen daher, Obst und Gemüse aus dem Wald und eigenem Garten nicht ungewaschen zu essen.

Der Fuchs selbst überträgt den Parasiten übrigens nicht, deshalb hält die Kreisverwaltung die Ansiedlung von Füchsen in Gärten und Grünanlagen auch für unbedenklich. Zwischenwirte der Bandwürmer sind vielmehr Nagetiere, also Hamster oder Mäuse. Dadurch können sich auch frei laufende Katzen oder Hunde, die im Wald oder auf Feldern „Gassi“ gehen, mit dem Parasiten infizieren. Deshalb sollten gerade Kinder, die mit ihrem Haustier gekuschelt oder es gestreichelt haben, hinterher die Hände waschen.

Katzen und Hunde sollten zudem regelmäßig entwurmt werden. Regelmäßig kann nach Auskunft der Weisenauer Tierärztin Dr. Sabine Rüst durchaus heißen: einmal im Monat. Vor allem bei Katzen, die viele Mäuse jagen, sei das angebracht – aber auch bei Hunden, die rohes Fleisch fressen. Ansonsten ist eine Entwurmung alle drei Monate laut Dr. Rüst ausreichend.

Für Hunde gibt es dazu beim Tierarzt Tabletten. Katzen können auch „Spot-On Präparate“ nehmen, wie sie auch als Vorbeugung gegen Zecken oder Flöhe gebräuchlich sind. Diese werden in den Nackenbereich der Tiere getropft. Entsprechende Mittel für Hunde sind zur Bekämpfung des Fuchsbandwurms nicht geeignet.

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