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Weg frei am Bachlauf

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Die Gärtnerei Thon soll weichen.
Die Gärtnerei Thon soll weichen. © FR/Oeser

Das Wellritztal soll bald durchgängig begehbar sein - vom Kurt-Schumacher-Ring bis zur Mühle und weiter bis zum Tier- und Pflanzenpark Fasanerie. Von Sabine Müller

Von Sabine Müller

Das Sackgassendasein des Landschaftsparks Wellritztal gegenüber der Hochschule Rhein-Main geht bald zu Ende: Nach den Sommerferien soll der Grünzug entlang des Wellritzbachs am Westrand der Stadt durchgängig begehbar sein - vom Kurt-Schumacher-Ring bis zur Wellritzmühle und weiter bis zum Tier- und Pflanzenpark Fasanerie.

Möglich macht das ein Grundstückskauf: Die Stadt hat im Vorjahr das Areal der ehemaligen Gärtnerei Thon aus privater Hand erworben. Das umzäunte Areal dividierte den Landschaftspark bislang in zwei Teile.

Gestern begannen auf dem 6000 Quadratmeter großen Grundstück die Abrissarbeiten. Sobald die alten Gewächshäuser verschwunden seien, sollten auch die Zäune fallen, sagte Umweltamtsleiter Joachim Mengden am Montag beim Spatenstich zur Erweiterung des Landschaftsparks. Damit wäre der Weg frei für Spaziergänger.

In sieben Wochen soll es so weit sein. Länger wird es allerdings dauern, bis der Wellritzbach renaturiert ist. Noch plätschert er trist - in eine gerade Betonrinne gezwängt - durch das ehemalige Gärtnereigrundstück in Richtung Kurt-Schumacher-Ring. Mengden rechnet damit, dass es etwa ein Jahr dauern wird, bis ein natürliches Bett für den Bach bereitet ist.

Geplant ist, dass Bauingenieur-Studenten der Hochschule Rhein-Main das in die Hand nehmen. Sie sollen den natürlichen Verlauf des Baches berechnen - wie sie es bereits vor fünf Jahren für das obere 350 Meter lange Teilstück von Wellritzmühle bis zur Gärtnerei getan haben.

"Der Bach wird breiter und kurviger, mit schnellen und langsamen Stellen", sagt Ernesto Ruiz-Rodriguez, Bauingenieur der Hochschule. Sobald eine Verbindung zum oberen Teil hergestellt sei, würden sich Erlen und Weiden, Wasserpflanzen und Tiere ganz schnell den Bach hinunter verbreiten.

Frischluft aus dem Taunus

Angelika Kopp (SPD), Ortsvorsteherin im Rheingauviertel-Hollerborn, freut sich über die Erweiterung des Landschaftsparks besonders: "Jetzt wird es hier erst richtig attraktiv", sagt sie. Bislang sei der geteilte Park zu klein gewesen und als "Hundekackplatz" missbraucht worden. "Das wird sich jetzt ändern", ist sie überzeugt. Und denkt dabei schon mal laut über ein eventuelles Hundeverbot im bald 600 Meter langen Park nach.

Für Umweltdezernentin Rita Thies (Grüne) ist die Erweiterung des Landschaftsparkes und die Renaturierung des "schrecklich einbetonierten Wellritzbaches" auch ein Beitrag für gute Luft in der City. Liege der Park doch in einer wichtigen Zufuhrschneise für Frischluft aus dem Taunus, betont die Grünen-Politikerin.

Georg Thon, ehemaliger Besitzer des Gärtnerei-Grundstücks im Wellritztal, hat im Übrigen noch ein weiteres großes Grundstück an der Klarenthaler Straße verkauft. Und zwar an die Stadtent-wicklungsgesellschaft SEG. Darauf sollen Kleingärten entstehen. Als Ausgleich für die Gärten, die wegen des Durchstichs der Goerdelerstraße verschwunden sind.

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