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Beratungsstellen helfen Frauen und Mädchen, die von Gewalt betroffen sind.
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Beratungsstellen helfen Frauen und Mädchen, die von Gewalt betroffen sind.

Wiesbaden

Frauen in Wiesbaden sollen besser geschützt werden

Geplant ist der Aufbau einer Koordinierungsstelle, die unter anderem Daten erheben soll. Bislang weiß niemand genau, wie viele Frauen und Mädchen eigentlich von Gewalt betroffen sind.

Wiesbaden ist einen weiteren Schritt gegangen, um Frauen und Mädchen künftig besser vor Gewalt zu schützen. Der Ausschuss für Frauen, Gleichstellung und Sicherheit hat einem Antrag zugestimmt, der vorsieht, dass die Stadt Personal für die Arbeit einer Koordinierungsstelle finanzieren soll. Die Stelle soll in den nächsten Doppelhaushalt eingestellt werden.

Der Vertrag

Frauen sind anders und häufiger von geschlechtsspezifischer Gewalt betroffen als Männer.

Der Europarat hat 2011 das Übereinkommen zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt, Istanbul-Konvention genannt, als völkerrechtlichen Vertrag ausgefertigt. In Deutschland ist er seit 2018 geltendes Recht. diu

Wiesbaden war 1986 die zweite Kommune in Hessen mit einer kommunalen Frauenbeauftragten. Ihre Vorgängerinnen und engagierte Politiker:innen hätten viel zum Schutz der Frauen getan, sagt die aktuelle Frauenbeauftragte Saskia Veit-Prang. Die Umsetzung der Istanbul-Konvention, die Frauen vor Gewalt schützen soll, ist ihr Herzensthema. In der Stadt gebe es ein gutes Hilfesystem, vor allem im Bereich häusliche Gewalt. Gerade hat Saskia Veit-Prang eine knapp 100-seitige Bestandsanalyse zu sämtlichen Hilfs- und Beratungsangeboten erarbeitet. Defizite sieht sie im Falle sexualisierter Gewalt. Da fehle ein Netzwerk in der Stadt.

Ein Problem, nicht nur in Wiesbaden, sind fehlende Daten. „Gewalt und Missbrauch gegen Frauen und Kinder ist das am besten gehütete Familiengeheimnis.“ Hinter wie vielen verschlossenen Türen Frauen Gewalt erleiden, kann allenfalls geschätzt werden. Die Statistiken der Polizei weisen nur die angezeigten Fälle aus. Das Dunkelfeld ist groß. Solche Daten zu sammeln, auszuwerten und daraus den tatsächlichen Bedarf an Hilfe und Beratung abzuleiten, soll eine Aufgabe der Koordinierungsstelle sein. Diese Stellen – vorgesehen auf kommunaler Ebene, Landes- und Bundesebene – sollen vernetzt arbeiten. Mit Hilfe konkreter Zahlen könnten dann zum Beispiel am tatsächlichen Bedarf orientiert Frauenhausplätze geschaffen werden.

„Die Istanbul-Konvention ist eine echte Chance“, sagt Saskia Veit-Prang. Nicht nur, weil sie die Staaten zu einem umfassenden und wirksamen Schutz aller Frauen vor geschlechtsspezifischer und vor häuslicher Gewalt verpflichtet. Sie verhelfe auch der Prävention, die noch zu häufig vernachlässigt werde, zu mehr Bedeutung. diu

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