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Fotos, die Geschichten erzählen

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Von: Ute Fiedler

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Die klugen Köpfe hinter dem Bildertagging-Tool.
Die klugen Köpfe hinter dem Bildertagging-Tool. © Michael Schick

Studenten der Hochschule RheinMain haben ein Bildertagging-Tool des Startup-Unternehmens pixoona erweitert. Die App für Handy und PC ist zunächst einmal für Otto-Normal-Bürger gedacht, doch auch einige Kneipen und Cafés haben pixoona bereits für sich entdeckt.

Studenten der Hochschule RheinMain haben ein Bildertagging-Tool des Startup-Unternehmens pixoona erweitert. Die App für Handy und PC ist zunächst einmal für Otto-Normal-Bürger gedacht, doch auch einige Kneipen und Cafés haben pixoona bereits für sich entdeckt.

Vor Kurzem war Philipp Burckhardt in Las Vegas. Er schlief im imposanten Hotel Excalibur, das er so beeindruckend fand, dass er gleich ein Foto schoss und ins Internet stellte – nicht ohne es vorher zu markieren, zu taggen, wie Experten diesen Vorgang nennen. Revolutionär neu war Burckhardts Handeln nun nicht. Schließlich können Fotos zum Beispiel auf Facebook seit langem beschriftet werden. Doch der Student schrieb nicht nur etwas über seine Schlafstätte, sondern fügte dem Bild gleich einmal Musik aus dem Film „Excalibur“ hinzu. „Weil ich es lustig fand und den Moment teilen wollte.“ Und genau das, also Videos, Musik, Kommentare zu hinterlegen, ist neuartig und derzeit nur über die Applikation pixoona möglich.

Entwickelt hat die App das gleichnamige Wiesbadener Startup-Unternehmen pixoona. In einem Teilbereich erweitert und ausgebaut wurde sie von Studenten des Studiengangs Media-Management der Hochschule RheinMain. Sechs jungen Leuten, darunter Philipp Burckhardt, die im Zuge ihres Studiums praktisch das umsetzten, was sie gelernt haben.

Die Nutzerzahlen liegen mittlerweile weit im sechsstelligen Bereich und sieht man sich die Fotos an, die die Nutzer hochgeladen und zu eigenen kleinen Geschichten umgeformt haben, merkt man, wie kreativ die meisten User sind. Da wird zum Beispiel das Reh auf dem See im Park im Nerotal mit einer Sequenz aus dem Film „Bambi“ hinterlegt, auf einem anderen Foto hat eine Nutzerin Äpfel als McDonald’s-Zeichen drapiert und in einem Begleittext erläutert, wie es funktioniert. Es gibt Abbildungen von Gerichten mit den Rezepten. Und skurrile Fotos von Streetartkünstlern.

Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt – doch aufgepasst wird dennoch, was die Nutzer hochladen. „Fotos mit beispielsweise pornografischen und rechtsextremen Inhalten können gemeldet werden. Wir sorgen dann dafür, dass sie von der Seite verschwinden“, sagt pixoona-Chef Florian Hofmann, der fest an den Erfolg seines Unternehmens glaubt. Schließlich habe der Mensch schon immer den Drang gehabt, sich mitzuteilen – früher mit Höhlenmalereien, heute vor allem über Fotos. „Der Bereich Fotosharing ist riesig geworden. Und es ist mittlerweile Trend, die abgebildete Realität um Zusatzinformationen zu erweitern.“

Zwar ist die App für Handy und PC zunächst einmal für Otto-Normal-Bürger gedacht, die einfach schöne Momente mit der Welt teilen möchten. Doch zum Beispiel auch einige Cafés und Kneipen haben pixoona bereits für sich entdeckt. Schließlich kann man einem Bild auch Fotos von den jüngsten Veranstaltungen zufügen und die Musik, die dort gespielt wurde und so ziemlich einfach Werbung machen.

Kooperation lohnt sich

Geld verdient das Startup durch die Zusammenarbeit etwa mit dem Multimedia-Verwaltungsprogramm iTunes oder auch Amazon. Wenn Nutzer ein Foto mit Musik oder Videos ausstatten, zahlen die Anbieter eine Nutzungsgebühr. „Von 100 Nutzern, die einen Song bei uns hören, klicken 18 hinterher in den Shop rein“, sagt Hofmann.

„Furchtbar fruchtbar“ nennt er die Kooperation der Hochschule mit seinem Startup. Die Idee, die Studenten in ein gemeinsames Projekt einzubinden, war während eines Gesprächs zwischen den Verantwortlichen von pixoona und der Hochschule entstanden, zwischen Nachbarn quasi. Denn sowohl der Mediencampus als auch das Startup sind „Unter den Eichen“ zu Hause.

Und auch für die Hochschule hat sich die gute Nachbarschaft gelohnt. Nicht nur, dass die Studenten an einem erfolgreichen Projekt mitgearbeitet haben. „Eine Folgekooperation zwischen dem Studiengang Informatik und pixoona ist geplant. Zudem wird ein Student seine Master-Arbeit in engem Bezug zu dem Startup schreiben“, sagt Stephan Böhm, Professor an der Hochschule RheinMain.

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