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Fliegende Krankenzimmer

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Von: Ute Fiedler

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Die schwebenden Module sind voll ausgestattete Patientenzimmer.
Die schwebenden Module sind voll ausgestattete Patientenzimmer. © Michael Schick

Am St. Josefshospital haben die Arbeiten für den geplanten Neubau begonnen. Jetzt schweben erst einmal die fertigen Krankenzimmer ein. In ihnen werden die Patienten untergebracht, wenn mit dem Rückbau des Gebäudes begonnen wird.

Etwas später als geplant haben die Bauarbeiten für den Neubau des Bettenhauses am St. Josef-Hospital (Joho) begonnen. Seit ein paar Tagen laufen die vorbereitenden Arbeiten. Ende vergangener Woche sah man bereits voll ausgestattete Patientenzimmer durch die Luft schweben.

Mit Hilfe eines Krans wurden die zwölf bis 16 Tonnen schweren Module auf die Funktionsgebäude des Krankenhauses gehievt – ein schwieriges Unterfangen. „Wegen der Wetterlage hat es eine kurze Verzögerung gegeben“, sagt Unternehmenssprecherin Susanne Schiering-Rosch. Da es stürmte und ein Kran ab einer Windgeschwindigkeit von dreieinhalb Meter pro Sekunde keine Last mehr ziehen dürfe, seien die Arbeiten unterbrochen worden.

Am Samstag waren jedoch schließlich alle Module dort, wo sie vorgesehen waren. In ihnen sollen dann die Patienten untergebracht werden, wenn mit dem Rückbau des Gebäudes begonnen wird.

Schon seit Längerem gibt es Pläne, das in die Jahre gekommene Bettenhaus zu erneuern. Es stammt aus den 1960er Jahren und entspricht nicht mehr ganz dem heutigen Standard, wie Geschäftsführer Martin Bosch im vergangenen Jahr ausgeführt hatte. Die Flure seien mit 1,80 Meter zu schmal und die Fassade nicht mehr ganz wetterfest, hatte er gegenüber dieser Zeitung erläutert.

130 Millionen Euro

130 Millionen Euro sollen investiert werden. Lediglich 20 Millionen Euro kommen als Darlehen vom Land Hessen, der Rest stammt laut Schiering-Rosch aus Eigenkapital.

Ursprünglich war vorgesehen, das neue Bettenhaus 2020 in Betrieb zu nehmen. Doch durch einige Anwohnerversammlungen, die Beratungen im Gestaltungsbeirat haben sich die Arbeiten laut Schiering-Rosch verzögert. So soll das neue Gebäude im ersten Quartal 2022 fertig sein. „Im zweiten Quartal 2022 könnte dann mit dem Rückbau der Module begonnen werden.“

Der Zeitplan ist ehrgeizig. Die sogenannten vorbereitenden Maßnahmen sollen bis zum Sommer 2016 abgeschlossen sein. Dann soll mit dem Rückbau der Klausur und dem Ostflügel sowie der Errichtung des ersten Teilbauabschnittes des Neubaus begonnen werden. Diese Arbeiten sollen Ende 2018 abgeschlossen sein. Dann wird mit dem zweiten Teilbauabschnitt begonnen. Mehr Betten als bislang – etwa 500 hält das Joho parat – wird es in dem Neubau nicht geben. Vorteile versprechen sich die Verantwortlichen vor allem durch das Entstehen von kürzeren Wegen. Der neue Bettentrakt soll, wie berichtet, über den Operationsräumen in der Mitte des Ensembles liegen. Die Einheiten würden anders angeordnet, dadurch werde das Krankenhaus kompakter und prozessorientierter, sagte Schiering-Rosch.

Der Kran ist inzwischen wieder abgebaut. Die Solmsstraße, die zeitweise gesperrt war, ist wieder befahrbar. Und doch muss in den nächsten Wochen mit Beeinträchtigungen gerechnet werden, sagt Schiering-Rosch. So soll in den kommenden zwei Wochen der Wirtschaftshof an der Beethovenstraße überdacht werden, so dass unter anderem Parkmöglichkeiten wegfallen werden. Zudem komme es zu Verkehrsbeeinträchtigungen durch Lieferverkehr.

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