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Biomasse-Kraftwerk am Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden - ein ähnliches soll in Biebrich entstehen.
Biomasse-Kraftwerk am Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden - ein ähnliches soll in Biebrich entstehen. © ddp

Die ESWE diskutiert mit Bürgern über die Holzverbrennung in dem geplanten Biomasse-Kraftwerk auf der Wiesbadener Deponie. Von Michael Grabenströer

Von Michael Grabenströer

Selbst in komplizierten Fragestellungen gibt es Debatten, nach denen sich Entscheidungen abzeichnen können. Wenn es um den Neubau des Biomasseheizkraftwerks der ESWE Versorgung geht, wird ein solcher Fall nach dem Infoabend in der Christian-Bücher-Halle sichtbar.

Vordergründig ging es um "moderne Rauchgasreinigungstechnik für Biomasse-Heizkraftwerke". Ein Thema für ein Fachpublikum, sollte man meinen. Die Fachleute waren auch da: zwei Fachreferenten von zwei Herstellern. Mit dabei war auch - dem Publikum als unabhängiger Sachverständiger vorgestellt - Günter Dehoust vom Ökoinstitut, der Mann für die objektivere Sicht der Dinge.

Mit dem Dialog über die Rauchgasreinigung in Großkesselanlagen wollte Ulrich Schneider, Geschäftsführer der einladenden ESWE-Bioenergie, aber auch in eine sachgerechte Diskussion einsteigen und Fragen schon vor dem Genehmigungsverfahren ansprechen und klären.

Mit der Offenlegung des Bebauungsplanes für das Biomasse-Heizkraftwerk ist von Anfang August bis Anfang September zu rechnen, kündigte Schneider an diesem Abend an. Damit lägen die Planungsunterlagen auch eine ausreichende Zeit außerhalb der Sommerferien zur Einsicht für Bürger und mögliche Einwender aus.

Die Diskussion drehte sich vor allem um die richtige Filtertechnik ("Gut genug, aber nicht bestmöglich", wie Moderator Christoph Ewen die Alternative darstellte) und die Verwendung von Hölzern unterschiedlicher Belastungskategorien. Denn Holz soll in der Biomasseverbrennungsan auf der Wiesbadener Deponie als Stoff zur Energieerzeugung eingesetzt werden. Das Wort "Altholz-Kraftwerk" wurde in der Diskussion nicht genutzt .

Hölzer sind in unterschiedlichen Schadenskategorien eingeteilt, sie sind gestrichen oder mit Holzschutzmitteln getränkt und können bei der Verbrennung Schadstoffbelastungen verursachen, das erfuhren die etwa 50 Besucher des Abends. Sie hörten aber auch, wie diese Belastung durch moderne Filtertechnik zu reduzieren ist.

Daran könnten sich dann künftige Diskussionen erhitzen. Ist das technisch Machbare durchsetzbar? Und so erfuhren die Besucher von der Beschaffenheit der Reduktionsmittel, die wie Ammoniak selbst wieder zu Belästigungen führen könnten, von Fließschemata der Rauchgase und der Abhängigkeit der Filtertechnik von der Qualität der Bediener.

Ökofachmann Dehoust bewertete die Systeme positiv und lobte, dass durch die Biomasseverbrennung der Holzanteil der Müllverbrennung entzogen werde. Für Dehoust entscheidet die Filtertechnik über die Qualität der Holzverbrennungsanlage.

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