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Frederik Malsy (links) und Marc Auel sind Geschäftsführer der OKS Online Krimi Spiel GmbH.
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Frederik Malsy (links) und Marc Auel sind Geschäftsführer der OKS Online Krimi Spiel GmbH.

Wiesbaden

Filmdieb jagen mit den „Drei Fragezeichen“

  • VonDiana Unkart
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Aus einer Theateridee während des Corona-Lockdowns hat sich ein Unternehmen mit 50 Beschäftigten entwickelt. Die Erfinder von Online-Krimispielen sind für Gründerpreis nominiert.

Was hat die Notiz auf dem Bestellschein zu bedeuten? Hat sie überhaupt eine Bedeutung, oder dient sie der Ablenkung? Und der Lageplan. Noch mal überlegen: Wer war wann wo? Und warum war die Alarmanlage eigentlich nicht eingeschaltet? Wer ins Theater geht, schaut und hört den Schauspielerinnen und Schauspielern zu. Wer ein Online-Krimispiel besucht, macht mit.

Marc Auel und Frederik Malsy sind Geschäftsführer der neu gegründeten „OKS Online Krimi Spiel GmbH“ in Wiesbaden. Zusammen mit ihrem Team haben sie ein neues Genre erfunden. Aber damit nicht genug: Sie haben auch einen Fall entwickelt für die Detektive Justus Jonas, Peter Shaw und Bob Andrews, besser bekannt als „Die drei ???“.

Das Ergebnis ist ein interaktiver Livekrimi made in Hessen. Premiere hat er am 22. Oktober um 19 Uhr. „Die drei ??? und die stummen Stars“ heißt er und ist, wie die anderen Stücke des Ensembles, eine Kombination aus Rätsel, Live-Unterhaltung und interaktivem Spiel per Videokonferenz.

Mr. Pommeroy, der Direktor, ist außer sich. Kurz vor der Eröffnung des Filmfestivals sind Filme verschwunden, darunter der erst vor kurzem entdeckte Streifen „Hollywood“ aus dem Jahr 1923. Zum Glück sind die drei Detektive wegen eines Ferienjobs vor Ort und legen gleich los mit ihren Ermittlungen. Aber nicht allein, sondern unterstützt vom Publikum. Dieses ist, nach einer kurzen Einführung des Spielleiters, sofort mitten in den Ermittlungen, muss Indizien sichten und Zeugen oder Verdächtige befragen. Sie werden dargestellt von Schauspieler:innen des Ensembles und treffen in virtuellen Räumen auf das Publikum.

Im März 2020, als der erste Lockdown Freunde und Familien trennte, sei innerhalb des Impro-Theater-Ensembles „Für Garderobe keine Haftung“ die Idee aufgekommen, ein Stück zu entwickeln, das die Leute verbindet, sagt Marc Auel.

Von Firmen gebucht

Binnen wenigen Wochen entstand „Rettet die Weinkönigin“. Das Stück um die entführte Juliette Glockner ist inzwischen mehr als 300-mal aufgeführt worden. Rund 15 000 Menschen haben mitgerätselt und die Weinkönigin aus ihrer misslichen Lage befreit – oder auch nicht.

Rund die Hälfte der Aufführungen seien geschlossene Veranstaltungen gewesen – meistens von Unternehmen, denen des Online-Krimispiel, das auch auf Englisch aufgeführt werden kann, eine der wenigen Möglichkeiten bot, Mitarbeiter:innen verschiedener Standorte außerhalb der Arbeit zusammenzubringen.

Geschäftsführer Frederik Malsy ist seit vielen Jahren bekennender Fan der „Drei ???“. Deshalb habe er gehörigen Respekt gehabt, als die Redaktion Erwachsenenspiele des Kosmos-Verlags ihre Weihnachtsfeier in den virtuellen Raum verlegte. Der Verlag hält die Rechte an der Marke. Die anschließende Frage des Leiters, ob das Team nicht Lust habe, gemeinsam mit der Redaktion ein Online-Krimispiel für die „Drei ???“ zu entwickeln, konnte Malsy nur mit Ja beantworten. „Es ist die Verwirklichung eines Kindheitstraums.“

Neben dem Impro-Theater, dessen Ensemble auch weiterhin live auf Bühnen auftreten wird, ist die „Online Krimi Spiel GmbH“ gegründet worden. Das Unternehmen ist nominiert für den Hessischen Gründerpreis, als einziges aus Wiesbaden und als einziges aus der Kulturbranche. Es beschäftigt inzwischen mehr als 50 Schauspieler:innen. Neben „Rettet die Weinkönigin“ und dem Fall für die „Drei ???“ sind noch zwei weitere hinzugekommen. „Tote singen keine Schlager“ wird am 8. Oktober um 19 Uhr zum ersten Mal aufgeführt, „Hegenbachs Erbe“ am 16. Oktober um 20 Uhr. In der kommenden Herbst-/Wintersaison sind rund 500 Livespiele geplant.

Die Detektive lösen gemeinsam mit dem Publikum das Rätsel um verschwundene Filmrollen.

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