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Fernwärmerohre werden in einem Tunnel verlegt.
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Fernwärmerohre werden in einem Tunnel verlegt.

Wiesbaden

Fernwärme für die Innenstadt

  • Arne Löffel
    vonArne Löffel
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Eswe Versorgung kündigt Mega-Baustelle vom Bahnhof bis zum Kureck an. Grund dafür ist ein Ausbau des Fernwärmenetz in der Innenstadt.

Der Wiesbadener Energieversorger Eswe plant, sein Fernwärmenetz in der Innenstadt auszubauen. Auf einer Pressekonferenz in den Räumen der Eswe kündigt Technikvorstand Jörg Höhler weitreichende Bauarbeiten für die Wilhelmstraße an. Ziel sei, das bestehende Fernwärmenetz an der Mainzer Straße mit dem derzeitigen Bauentwicklungsareal „Kureck“ an der Taunusstraße zu verbinden.

In einem ersten Schritt, so Höhler, werde die Fernwärmeleitung bis zur Friedrich-Ebert-Allee geführt, wo die neuen Rhein-Main-Hallen mit Energie versorgt werden sollen. Die Bauarbeiten sollen bereits Mitte Februar an der Friedrich-Ebert-Allee nahe der Rhein-Main-Hallen beginnen und sich dann in Richtung Hauptbahnhof vorarbeiten. Die Querung des Gustav-Stresemann-Rings und die damit einhergehende Sperrung der Straße ist für die Sommerferien, genauer gesagt Ende Juli bis Anfang August, vorgesehen.

Das wirklich dicke Ende für die Bürgerinnen und Bürger bringt aber der zweite Bauabschnitt mit sich. Von April an wird die Wilhelmstraße aufgerissen, um die massiven Rohre unterirdisch bis zur Taunusstraße voranzutreiben. „Um auch das vorhandene Heizkraftwerk an der Parkstraße in den Fernwärmeverbund einzubeziehen, wird auch eine Querung am Theater durch den Warmen Damm nötig“, erklärt Höhler in einer dazugehörigen Pressemitteilung. In einem dritten Bauabschnitt sollen entlang der Frankfurter Straße und der Paulinenstraße die Fernwärmetrassen miteinander vernetz werden.

Begehbares Rohr zum Fest

Da bereits jetzt klar sei, dass die Bauarbeiten an der Rue nicht bis zum Wilhelmstraßenfest abgeschlossen sein werden, wurde die Wiesbadener Agentur Ball ins Boot geholt. Deren Chef, Boris Mackrodt, soll der Wanderbaustelle ein möglichst sanftes Antlitz verleihen. Während des Festes soll unter anderem ein begehbares Rohr an der Wilhelmstraße aufgebaut werden, das die Besucherinnen und Besucher des Festes über das Fernwärme-Projekt informiert und zugleich einen kleinen, exklusiven Einblick in die Baustelle gewährt. Auch mit der Interessengemeinschaft der an der Wilhelmstraße vertretenen Einzelhändler und Gastronomen sei bereits Kontakt aufgenommen worden, zudem eine Bürgerinfo-Veranstaltung in der IHK für den 15. Februar anberaumt.

Fünf Millionen Euro kostet das gesamte Projekt laut Vorstandsvorsitzendem Ralf Schodlok, der die Erweiterung des Fernwärmenetzes in Richtung Innenstadt „als eine strategische Säule unseres Geschäftsmodells“ wertet, das „Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit verpflichtet“ sei.

Die Nachhaltigkeit ist auch das, was Oberbürgermeister Sven Gerich (SPD) am Fernwärme-Projekt besonders gut gefällt. Es leiste einen wichtigen Beitrag zur Erreichung der selbst gesteckten Klimaschutz-Ziele. Auch Höhler betont die Nachhaltigkeit der Fernwärme für Wiesbaden. Das vor zwei Jahren ans Netz gegangene Biomassekraftwerk komme ohne fossile Brennstoffe aus und sei besonders effizient, wenn es voll ausgelastet arbeiten kann. Durch die Nutzung der hier gewonnenen Energie reduziere Wiesbaden seinen Kohlendioxidausstoß jedes Jahr um 95 Millionen Kilogramm.

Ziel: weniger Energie einkaufen

„Der Anschluss der Innenstadt an das Fernwärmenetz der Eswe Versorgung trägt dazu bei, dass wir weniger Energie einkaufen müssen“, erklärt Höhler auf der Pressekonferenz. Der Technik-Chef betont, dass Eswe Versorgung mit dem Anschluss des Kurecks auch auf zahlreiche innenstädtische Kunden hoffe, die dann entlang der Trasse liegen.

Der neue Ankerkunde und Kureck-Entwickler IFM Immobilien hat mit Thomas Schulze Wischeler ein Vorstands-Mitglied nach Wiesbaden entsandt, um den Schulterschluss mit Eswe zu demonstrieren. „Bei der Energie-Effizienz machen wir keine Kompromisse, das gilt auch für die Auswahl des Energieversorgers“, so Schulze Wischeler.

Der Baubetriebsleiter der Rhein-Main-Hallen, Henning Wossidlo, betont, dass die Auszeichnung der „Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen“ für die Rhein-Main-Hallen zu weiten Teilen auf der Einbindung der Fernwärme ins Gebäudekonzept beruhe.

Bereits jetzt werden viele Teile der Landeshauptstadt mit Fernwärme versorgt: die Mainzer Straße, Klarenthal, das Europaviertel sowie die Siedlungen Sauerland, die US-Wohngebiete Hainerberg und Crest View sowie der Aukamm. Erst im vergangenen Jahr wurde mit viel Aufwand die US-Airbase bei Erbenheim an das Fernwärmenetz angeschlossen.

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