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Feier ohne Aula

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Thomas Schwarze ist Schulleiter der Riehlschule in Biebrich.
Thomas Schwarze ist Schulleiter der Riehlschule in Biebrich. © FR/Schick

Die Wilhelm-Heinrich-von-Riehl-Schule in Biebrich wird 100 Jahre alt. Eigentlich ein Grund zum Feiern. Doch vier Jahre Dauersanierung ohne absehbares Ende trüben die Laune. Von Ralf Munser

Von Ralf Munser

Mit mehr als 200 Gästen hat gestern Abend Schulleiter Thomas Schwarze den 100. Geburtstag der Wilhelm-Heinrich-von-Riehl-Schule in Biebrich gefeiert. Und wie könnte es anders sein: Zum Geburtstag hat der Schulleiter jede Menge Wünsche - unter anderem eine neue Mensa und eine fertig sanierte Aula. Doch daraus wird wohl vorerst nichts. "Seit vier Jahren wird bei uns saniert - und es ist immer noch nicht fertig", so Schwarze zur FR. Das Dachgeschoss sei mittlerweile voll saniert, im ersten Stockwerk hingegen sei es im vergangenen Sommer zum Stillstand gekommen. Mittlerweile gingen die Arbeiten weiter. In diesem Sommer soll alles fertig sein.

Mehr als unglücklich gelaufen sind die Arbeiten in der Aula. Nach ersten Vorarbeiten - unter anderem wurden Leitungen entfernt - wurden die Arbeiten ebenfalls aus Geldmangel abgebrochen. Jetzt kann der große Veranstaltungsraum nicht mehr genutzt werden. Dabei ist in der Schule Theater- und Darstellendes Spiel ein Schwerpunkt. Schon zweimal gewann die Theatergruppe laut Schwarze als einziges Nicht-Gymnasium den Schulpreis Leonardo. "Und jetzt springen uns die Kinder ab, weil dort nicht mehr geprobt werden kann."

Auf der Wunschliste des Schulleiters steht ganz oben noch eine Mensa. Schließlich will die Riehlschule Ganztagsschule werden. "Wir sind zwar noch keine, arbeiten aber schon so." Zurzeit organisiert der Förderverein die Ausgabe von 300 Essen täglich. Zum kostenlosen Frühstücken kämen täglich rund 80 bis 100 Kinder. Dringend würde eine Mensa gebraucht, um für alle Kinder ein Mittagessen anbieten zu können.

Im März 2011 soll der zweite Standort der Gesamtschule in der Ludwig-Beck-Straße geschlossen werden. Dafür entsteht derzeit ein Ersatz-Neubau neben dem Altbau an der Rudolf-Dyckerhoff-Straße. Die Zusammenführung der Schulgemeinde kostet die Stadt mehr als 5,5 Millionen Euro. Der Neubau wird aus dem Sonderkonjunkturprogramm finanziert.

Der dreigeschossige Neubau schafft auf 1900 Quadratmetern Nutzfläche Platz für Klassenräume, Lehrer-Jahrgangteams, für Schulleitung und Sekretariat sowie für Unterrichtsräume für Arbeitslehre, Musik, bildende Künste und naturwissenschaftliche Fächer.

Anlässlich des hundertjährigen Bestehens der Schule hat die Schauspielerin und Buchautorin Asli Bayram die Patenschaft für das Jahr 2010 übernommen. Sie feierte gestern Abend bei der Akademischen Feier mit.

Bayram entstammt einer türkischen Familie. Ihr Vater wurde 1994 in Darmstadt von einem Neonazi, einem Hausnachbarn der Familie, getötet. Sie selber wurde durch eine Schusswunde verletzt. Die ehemalige Miss Deutschland wird Theater-Workshops und Lesungen veranstalten. Kürzlich ist ihr Buch "Grenzgänger - Leben zwischen den Welten" erschienen.

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