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Will OB werden: Andreas Guntrum.

Wiesbaden

Seidensticker und Guntrum wollen OB werden

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Für die CDU ist die Oberbürgermeisterwahl eine besondere Herausforderung.

Wenige Tage nachdem die Wiesbadener CDU ihre Stadtbezirksverbände aufrief, Kandidaten für die Oberbürgermeisterwahl zu benennen, sickern die ersten Namen durch. Der Dachdeckermeister und stellvertretende Stadtverordnetenvorsteher Eberhard Seidensticker aus Schierstein hat zuerst sein Interesse angemeldet. Er möchte sich schwerpunktmäßig um Handel, Gewerbe und Verkehr kümmern, sagte er auf Anfrage.

Auf Bitte des CDU-Parteivorsitzenden Oliver Franz möchte überraschend auch der Geschäftsführer der Stadtentwicklungsgesellschaft, Andreas Guntrum, bei der OB-Wahl am 26. Mai 2019 antreten. „Aufgrund meiner Erfahrung traue ich mir diese Aufgabe zu“, sagte der Jurist, der zuvor sieben Jahre das Büro des Mainzer Bürgermeisters geleitet hatte. Oliver Franz, der auch als Kandidat gehandelt worden war, wird voraussichtlich nicht kandidieren, erklärt Christian Stettler, Geschäftsführer der CDU-Kreisgeschäftsstelle.

OB-Wahl in Wiesbaden für CDU besondere Herausforderung

Für die CDU ist die OB-Wahl eine besondere Herausforderung, unterlag doch bei der Wahl 2013 der damals amtierende CDU-Oberbürgermeister Helmut Müller seinem Kontrahenten Sven Gerich (SPD) um Haaresbreite. Die frühere Wiesbadener CDU-Bundesministerin Kristina Schröder erklärt auf FR-Anfrage, dass eine Kandidatur für sie nicht in Frage komme.

Die Christdemokraten haben sich einen genauen Fahrplan auferlegt, um eine geeignete Person zu finden. Bis 30. September können Vorschläge eingehen, am 29. Oktober nominiert der geschäftsführende Kreisvorstand den Kandidaten, der dann auf dem Kreisparteitag am 13. November beschlossen werden soll. Wer dies sein wird, ist also noch völlig offen.

CDU hat starken Gegner in Wiesbaden

Die CDU hat mit dem amtierenden OB Sven Gerich einen starken Gegner, denn der ist beliebt. Dass Gerich wieder antreten wird, wurde zwar von den SPD-Parteigremien noch nicht beschlossen. SPD-Chef Dennis Volk-Borowski sagt jedoch: „Es läuft alles auf Sven Gerich hinaus. Wir sind mit seiner Arbeit zufrieden.“ Dass Gerich über die Affäre Kuffler stürzen könnte, wie manche CDU-Leute es kolportieren, glaubt Volk-Borowski nicht. Ob Gerichs Nähe zu dem Unternehmer Auswirkungen auf dessen Geschäfte mit der Landeshauptstadt hatte, untersucht gerade der Revisionsausschuss. Volk-Borowski hält die Vorwürfe für „Wahlkampftheater“, Gerich sei nicht mit der Auftragsvergabe betraut gewesen. Mit der Nominierung ihres Kandidaten möchten sich die Sozialdemokraten Zeit lassen bis nach der Landtagswahl im Oktober.

Die Landtagswahl setzt auch für die anderen Parteien eine Zeitmarke, bis nach der sie ihre Entscheidung aufschieben. „Ich gehe davon aus, dass wir Grüne einen Kandidaten stellen“, erklärt Kreisvorsitzender Michael Lorenz, „möglicherweise wieder eine Frau“. Der Diskussionsprozess in der FDP ist nicht so weit fortgeschritten. „Wir überlegen noch“, sagt FDP-Chef Christian Diers. Die Linken möchten jedoch dabei sein. „Mit hoher Wahrscheinlichkeit schicken wir einen Kandidaten ins Rennen“, sagt Adrian Gabriel. Wer Lust auf das OB-Amt hat, kann es sich noch überlegen. Das Wahlamt nimmt Anmeldungen bis zum 18. März entgegen.

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