Studie zum Wahlverhalten

Männer gehen eher wählen als Frauen

Studie zum Wahlverhalten in Wiesbaden / Geschlechterunterschied bei Linke und FDP

Junge Wiesbadenerinnen sind wahlmüde, die Wähler der Grünen im Stadtgebiet werden immer älter, die Linke ist eine Männerpartei – Ergebnisse wie diese enthält die aktuelle Stadtanalyse zum Wahlverhalten in Wiesbaden.

Die Auswertungen der repräsentativen Statistiken von nahezu allen Wahlen seit 1977 bestätigt auch einen deutschlandweiten Trend: Die Wahlbeteiligung hat in den vergangenen Jahren kontinuierlich abgenommen. Besonders ungern gehen die Wiesbadener bei Kommunal- oder Europawahlen zur Urne. Auf Platz eins der Beliebtheitsskala steht nach wie vor die Bundestagswahl. Die Wiesbadener Männer gehen insgesamt häufiger wählen als die Frauen, besonders gering ist der Anteil bei jungen Wählerinnen und Seniorinnen. Eine Ausnahme sind die Frauen in der Lebensmitte: Bei den 35- bis 49-Jährigen übersteigt die Zahl der Wählerinnen die der Männer. Wie im Rest von Deutschland steigt auch in Wiesbaden die Wahlbereitschaft mit zunehmendem Alter.

Neben allgemeinen Aussagen zu den Wählern in der Landeshauptstadt enthält die Statistik auch Angaben über die Wahlpräferenzen. So wird die CDU eher von Frauen als von Männern favorisiert. Außerdem wird der durchschnittliche Wähler der Christdemokraten immer älter, bei den Jüngeren sinkt der Zulauf.

Grüne verlieren Jungwähler

Auch die SPD wurde in den vergangenen 30 Jahren von Frauen stärker favorisiert als von Männern. Einen besonderen Altersschwerpunkt gibt es bei den Wählern der Sozialdemokraten allerdings nicht. In den 80er und 90er Jahren verlor die Partei gerade unter Jungwählern zunächst an Attraktivität, in der jüngeren Vergangenheit erholten sich die Werte aber wieder. Anders sieht es bei den Grünen aus: Ihre Wähler werden in Wiesbaden immer älter. In den 70er Jahren sprachen die Grünen noch hauptsächlich junge Leute an, die zwar heute immer noch häufig Grün wählen, aber inzwischen der Altersgruppe der 45- bis 49-Jährigen angehören. Bei den heutigen Jungwählern verlieren die Grünen hingegen Stimmen.

„Männerdomänen“ sind laut der Studie die Parteien FDP und Linke. Bei der Linken kommen auf drei männliche Wähler nur zwei Frauen, was in der ganzen Untersuchung den größten geschlechtsspezifischen Unterschied darstellt. (prfs.)

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