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Bei der Suche nach einem Platz in den Wiesbadener Kitas hilft ein Online-Anmeldesystem.
Bei der Suche nach einem Platz in den Wiesbadener Kitas hilft ein Online-Anmeldesystem. © Michael Schick

Das elektronische Vormerksystem für Kita-Plätze startet in Wiesbaden erfolgreich. Mittlerweile ist es in 94 Prozent aller Einrichtungen eingeführt.

Von Irmela Heß

Das System läuft und wird gut angenommen. Diese zwei positiven Nachrichten konnte Bürgermeister und Sozialdezernent Arno Goßmann (SPD) vermelden. Es geht um „WiKITA“: Das neue zentrale elektronische Vormerksystem für Plätze in Kindertagesstätten ist in 94 Prozent der Wiesbadener Kindertagesstätten eingeführt.

Das Programm, das mit dem Bauftragten für Datenschutz abgestimmt wurde, macht das Meldeprozedere für Eltern und Kita-Leitungen schneller und übersichtlicher. Wer für seinen Sprößling einen Platz in einer Krippe oder einem Kindergarten sucht, kann auf der Seite www.wikita-wiesbaden.de oder über die Kita-Profile auf www.wiesbaden.de/kitas einen sogenannten Account anlegen und sein Kind für bis zu zehn Einrichtungen vormerken lassen – und das bereits drei Monate vor dem errechneten Geburtstermin.

Eine Rangfolge der Kitas lässt sich dabei nicht erstellen. Diese Vormerkung gilt solange, bis das Kind einen Platz bekommt und muss nicht jährlich erneuert werden.

Was sich so einfach anhört, bedurfte einer Menge Vorarbeit. Bereits im Mai 2014 wurde der Auftrag erteilt, ein Verfahren zur reinen Vormerkung zu finden. Denn für die Aufnahme der Kinder soll jeder Träger weiterhin selber verantwortlich sein. 150 000 Euro wurden aus der Stadtkasse für die Einführung bereit gestellt.

An Wiesbadener Bedürfnisse angepasst

Arbeitsgruppen aus EDV-Spezialisten, Vertretern von Kitaträgern und Stadtelternbeirat verglichen die verschiedenen Systeme verschiedener Anbieter und entschieden sich für „NiKITA“ von der Hamburger Firma Moysias&Partner, das dann unter dem Namen „WiKITA“ an Wiesbadener Bedürfnisse angepasst wurde.

Um das System in der Praxis zu testen, starteten die Verantwortlichen im Mai 2015 ein Pilotprojekt in Biebrich: Alle 24 hier ansässigen Einrichtungen machten mit – und zogen ein überwiegend positives Fazit: Unter anderem spare das Verfahren Eltern und Kita-Leitungen Zeit und ermögliche einen besseren Überblick. Denn Kinder, die einen Platz erhalten haben, werden aus den Vormerklisten der anderen Kitas gestrichen.

Nach und nach wurde das System auch in anderen Stadtgebieten und Stadtteilen eingeführt. Mittlerweile sind 164 der 180 Kitas angeschlossen. Voraus gingen jeweils Informationsveranstaltungen für Eltern und Schulungen der Kitaleitungen.

Die Nutzungszahlen zeigen die Akzeptanz: Seit ersten Mai 2015 wurden (bis 13. Januar) 2341 Benutzerkonten durch Eltern angelegt, die 2950 Kinder für eine oder mehrere Kitas vormerkten. Seit dem Projektstart wurden bereits 373 Plätze aus WiKITA heraus vergeben, wobei die Entscheidung für ein Kind nach wie vor bei der Einrichtung liegt.

Per Hand ins System eingeben

Zuständig für die Verwaltung des Programms und zentrale Anlaufstelle für Eltern, die Fragen und Probleme mit „WiKITA“ haben, ist die Kita-Platz-Beratung in der „Abteilung Kindertagesstätten“ des Amtes für Soziale Arbeit bei der Stadtverwaltung.

Die zuständigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hatten auch die Aufgabe, die früheren Vormerklisten auf Papier per Hand ins System einzugeben: 10 825 Kinder mit 17 808 Vormerkungen. Aufwendig wird es jetzt sein, alle diese Daten daraufhin zu überprüfen, ob die Vormerkungen noch aktuell sind.

Man hoffe, das bis Ende des Jahres zu schaffen, so Abteilungsleiter Harald Engelhard. Denn erst dann lassen sich verlässliche Aussagen etwa über unversorgte Kinder, also fehlende Kita-Plätze, oder über die Wartezeiten machen.

Aber schon heute ist das erste Fazit nach der Einführung positiv. Denn es kamen wesentlich weniger Rückfragen als erwartet. Und es gab bisher nur kleinere technische Probleme und Änderungswünsche.

Einer der Kritikpunkte: „WiKITA“ ist nicht auf der Startseite von www.wiesbaden.de zu finden. Warum, das erklärte Goßmann so: „Das Sozialdezernat hätte sonst an Wiesbaden-Marketing Geld dafür zahlen müssen.“

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