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F wie Fälschung

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Kino und Gespräche: Die Interessengemeinschaft der Wiesbadener Galerien bietet eine Filmreihe zu dem Thema „Die Kunst und ihr Markt“ an.

Von Irmela Heß

Einen Leckerbissen für Kunstfreunde und Cineasten bietet die Interessengemeinschaft der Wiesbadener Galerien an: „Die Kunst und ihr Markt“ heißt die Überschrift über die kleine Filmreihe, die am Donnerstag, 21. Januar, startet – und die offensichtlich den Geschmack trifft. Der erste Abend ist schon beinahe ausverkauft.

In Zusammenarbeit mit der Frankfurter Mediendesignerin Susanne Geiß wurde die Idee geboren und in die Tat umgesetzt. „Für mich ist es sehr interessant, wenn wir in der Galerie etwas anbieten, was über die normale Arbeit hinaus geht, thematisch aber trotzdem passt“, erklärt Björn Lewalter von der Galerie Kunst-Schaefer.

Die fünf Filme behandeln auf unterschiedliche Weise das Zusammenspiel von Kunst und Markt, beschäftigen sich „mit der Kunst, ihren Märkten, mit Kalkulationen, Strategien, Träumen und der immer währenden Diskrepanz zwischen ideellen und pekuniären Werten von Kunst“, wie es in der Ankündigung heißt.

Fünf Abende umfasst die kleine cineastische Reihe, die von den fünf Galerien Haasner, Rother Winter, Hafemann, Kunst-Schaefer und Erhard Witzel gemeinsam präsentiert und in jeweils anderen Galerien vor einem kleinen Zuschauerkreis gezeigt wird.

Es sei nicht schwierig gewesen, entsprechende Filmtitel zu recherchieren, sagt Lewalter, aber sehr schwer, an die Filme zu kommen. Zu kompliziert seien teilweise die Aufführungsrechte geregelt. Teilweise seien sie bisher in Deutschland selten gezeigt worden.

Ironisches Essay

Nach der Vorführung kann man bei einem Glas Wein noch über den Streifen sprechen. Der Eintritt kostet jeweils zehn Euro (für alle Filme zusammen 40 Euro). Was die Kosten der Reihe aber nicht deckt. Denn die Ausleihgebühren seien teilweise enorm, erzählt Björn Lewalter.

Die Filmreihe beginnt am Donnerstag, 21. Januar, um 19.30 Uhr in der Galerie Kunst-Schaefer, Faulbrunnenstraße 11. „F wie Fälschung“ heißt der Streifen, den Orson Welles 1975 drehte, ein ironisches Essay über Wahrheit, Lüge, Kunst und Fälschung. Im Mittelpunkt des 90-Minuten-Films stehen der berühmte Kunstfälscher Elmyr de Hory, der unter anderem Werke von Picasso, Matisse und Renoir kopierte und als „echt“ verkaufte, und der Tagebuchfälscher Clifford Irving, der eine angebliche Autobiographie des Milliardärs Howard Hughes und die Biografie von de Hory schrieb.

Welles „beschreibt die Methoden der Medien, Individuen und Massen zu manipulieren und die Unmöglichkeit, zwischen Realität und Illusion zu unterscheiden“, heißt es im Ankündigungstext. Telefonische Anmeldung unter 0611 / 30 47 21 oder per E-Mail an info@kunst-schaefer.de

Der nächste Filmabend ist dann am 11. Februar in der Galerie Rother Winter. Gezeigt wird der erste Film des berühmten Street-Art-Künstlers Banksy: „Banksy - Exit through the Gift Shop“, eine Satire über die Mechanismen von Kunst und Kommerz aus dem Jahr 2010.

Die weiteren Abende: 11. März in der Galerie Hafemann: „Super Art Market“ von Zoran Solomun aus 2009; 14. April in der Galerie Kunst-Schaefer: „Erwin Wurm – Der Künstler, der die Welt verschluckt“ von Laurin Merz aus 2012; 12. Mai in der Galerie Haasner „Untitled“, eine Art Parodie der New Yorker Kunstszene von Jonathan Parker.

Übrigens haben Susanne Geiß und Björn Lewalter noch viele weitere Filme entdeckt, die zu zeigen sich lohnen würde. Eine zweite Filmreihe im nächsten Jahr ist also nicht ausgeschlossen.

Weitere Informationen gibt es unter www.ig-galerien.de

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