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Expressweg für Radfahrer

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Von: Arne Löffel

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Zwischen Klärwerk und Bahn soll der neue Radweg führen.
Zwischen Klärwerk und Bahn soll der neue Radweg führen. © Michael Schick

Die Stadtverwaltung hat sich nach reiflicher Überlegung eine Route durch das Salzbachtal ausgesucht, auf der die Radfahrer den Biebricher Berg auf ihrem Weg von der Innenstadt zum Rhein umgehen können. Doch bis 2020 müssen sich die Radler wohl noch gedulden.

Zwischen Wiesbaden und den Rhein hat der Herrgott den Biebricher Berg gesetzt. Und nur Radfahrer, die gerade für eine Alpenüberquerung trainieren, können diesem Brocken etwas Gutes abgewinnen. Daher hat die Stadt den Plan gefasst, die Stadtmitte mit dem Rheinufer zu verbinden und dabei den Biebricher Berg zu umgehen. Die angenehmste Route führt durchs Salzbachtal.

„Wir haben mehrere Varianten geprüft und uns für die intern ,Expressroute‘ genannte Strecke entschieden“, berichtet Jan Dieterle, Leiter des Sachgebiets Grün- und Freiraumplanung beim Stadtplanungsamt. Die Expressroute soll zwischen dem Hauptbahnhof und dem Amöneburger Tiefkreisel eine Lücke im Radwegenetz schließen und zwischen den Bahngleisen und der Bebauung an der Mainzer Straße entlanggeführt werden.

Warten auf die neue Brücke

Verkehrsdezernentin Sigrid Möricke (SPD) betonte am Dienstag auf einer Pressekonferenz im Rathaus, dass sie auf schnelle Zustimmung der betroffenen Ortsbeiräte und der Stadtverordnetenversammlung hofft. „Wir müssen uns schon jetzt Grundstücke von der Bahn und Privatpersonen sichern, teilweise als Ankauf, teilweise als langfristige Pacht“, ergänzte auch Thomas Metz, Leiter des Stadtplanungsamts. Wegen der hier noch ausstehenden Verhandlungen will Möricke kein Budget nennen, das vom Amt für den Grundstückserwerb und den Bau der Expressroute veranschlagt wurde.

Möricke nimmt allen Radfahrern die Illusion, dass die Expressroute schon bald befahrbar sein könnte. Auch wenn die grundlegenden Planungen in der Stadt hierfür bereits aus dem Jahr 2006 stammten, so könne erst im Jahr 2020 mit dem Bau des Wegs begonnen werden. Laut Dieterle verzögern sich die Arbeiten nicht nur aufgrund des ausstehenden Grundstückserwerbs, sondern sind auch von den Bauarbeiten an der Salzbachtalbrücke abhängig. Die Landesverkehrsbehörde Hessen Mobil plant einen Neubau der A 66-Brücke über das Salzbachtal, unter der dann der Radweg durchgeführt werden muss. „Vorher können wir die Sicherheit der Radfahrer ohnehin nicht gewährleisten“, sagte Dieterle bei der Pressekonferenz.

Weitere Varianten geprüft

Zwei landschaftlich schönere, aber laut Dieterle auch wegen vieler Steigungen anstrengendere Wege-Varianten durch das Salzbachtal seien ebenfalls geprüft worden. „Es kann auch sein, dass diese oder Teile davon zu einem noch späteren Zeitpunkt realisiert werden, wir konzentrieren uns nun aber auf die Expressroute“, sagt Dieterle. Diese habe neben dem durchgängig moderaten Gefälle vom Bahnhof bis zum Amöneburger Tiefkreisel den Vorteil, dass sie die meisten Anknüpfungspunkte an die Mainzer Straße sowie bestehende Radwegenetze wie die Regionalpark-Route biete.

Ganz unproblematisch sei aber auch die Trassenführung der Expressroute nicht. Der an sich drei Meter breite Radweg müsse an Brücken über Bahngleise zum Teil auf 2,50 Meter verjüngt, die Bahnstrecke an diesen Punkten mit Sicherheitszäunen abgesperrt werden. „Das steht einer Umsetzung aber nicht im Wege“, betont Dieterle.

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