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Experten entschärfen Bombe

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Von: Ute Fiedler

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Schlummerte jahrzehntelang im Erdreich.
Schlummerte jahrzehntelang im Erdreich. © Polizei

In der Dantestraße wird eine zehn Zehntner schwere Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden. Innerhalb einer halben Stunde entschärfen Experten den Sprengkörper, davor werden etwa 50 Personen aus den umliegenden Häusern evakuiert.

Um kurz nach 13 Uhr am Dienstag war wieder Ruhe eingekehrt in der Dantestraße. Die Sonne schien, Menschen saßen auf den Balkonen und genossen den Oktobertag. Wenige Stunden zuvor hatten zahlreiche Polizisten die Baustelle am Ende der Straße, kurz vor dem Gustav-Stresemann-Ring, großräumig abgesperrt, hatten etwa 50 Personen aus den umliegenden Häusern evakuiert und der Verkehr war zum Erliegen gekommen. In Windeseile hatte man Vorbereitungen getroffen, um eine Zehn-Zentner-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg zu entschärfen.

Ein Teil der Bombe amerikanischer Herkunft war am Montag auf dem Gelände gefunden worden, auf dem Bilfinger für die GWW Wiesbadener Wohnbaugesellschaft Wohnungen bauen will. So sei man wenig überrascht gewesen, als man auch am Dienstag nach Wiesbaden fahren musste, als dort die zweite Hälfte mit Zünder gefunden worden war, sagt Gerhard Gossens, Leiter des Kampfmittelräumdienstes beim Regierungspräsidium Darmstadt.

Innerhalb einer halben Stunde hatten seine Mitarbeiter die Bombe entschärft, nachdem intensive Vorkehrungen getroffen worden waren. „Wir haben einen Wall aufschütten lassen und ein drei Meter tiefes Loch gegraben, die Bombe dort hineingelegt und entschärft“, erklärt Gossens Kollege Dieter Schwetzler. So minimiere man die Gefahr. Liege eine Bombe auf der Erde, betrage der Gefahrenbereich 1000 Meter. Je tiefer man gehe, desto mehr verringere er sich.

Bereits einige Male war der Kampfmittelräumdienst schon in der Landeshauptstadt gefordert, sagt Gossens. „Wiesbaden hat im Zweiten Weltkrieg doch einiges abbekommen.“ Unter anderem seien Fliegerbomben am Erbenheimer Flugplatz und am Fort Biehler entdeckt und entschärft worden. Doch Routine komme trotzdem nicht auf. Sie dürfe nicht aufkommen, „sonst passieren leicht Fehler“.

Überrascht waren Gossens und Schwetzler auch deshalb vom Bombenfund nicht, weil der Investor sie vor Baubeginn kontaktiert hatte. „Er wollte wissen, ob auf diesem Gelände Blindgänger liegen könnten“, sagt Gossens, der diese Anfrage nach Blicken in ein Infosystem und auf Luftbilder der Alliierten aus dem Zweiten Weltkrieg bejaht hatte. „Diese Bilder liegen im RP vor und können einige Auskunft geben.“ Gossens sollte Recht behalten.

Zusätzlich Gewehrgranate gefunden

Nach gut zweieinhalb Stunden war der Spuk in der Dantestraße vorüber, die Sperrungen aufgehoben und die Menschen konnten in ihre Häuser zurückkehren. Bereits um 13.45 Uhr war kaum noch jemand an der Baustelle anzutreffen – außer Gerhard Gossens und Dieter Schwetzler, die nun Zeit hatten ein bisschen zu verschnaufen.

Aber nicht allzu lange. Nachdem die Reporter abgerückt waren, die Bombenhälfte von einem Lastwagen abgeholt und zu einem Zerlegebetrieb in der Nähe von Alsfeld gebracht worden war, klingelte Gossens Telefon einmal mehr an diesem Tag: In der Homburger Straße sei eine Gewehrgranate gefunden worden, hieß es. Wie gut, dass die Experten sowieso in der Landeshauptstadt zu tun hatten.

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