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16 Euro für Kristina Schröders Werk

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Auch von Familienministerin Kristina Schröder wurde eine Postkarte versteigert.
Auch von Familienministerin Kristina Schröder wurde eine Postkarte versteigert. © dpa

Die Versteigerung von Postkarten von Prominenten und Obdachlosen brachte dennoch hohe Erlöse. Diese gingen an die Teestube Wiesbaden. Versteigert wurden unter anderem Karten von Kristina Schröder, Johann Reuter und Daniel Küblböck.

Der Betrag resultierte nicht aus Bettelei an der Ecke, wie man angesichts der geringen Summe hätte denken können. Und er war auch nicht die Ausbeute einer Gruppe von Straßenmusikanten. Mit 16 Euro wurde vielmehr von den Bietern einer Wohltätigkeitsaktion der Diakonie Wiesbaden ein Werk honoriert, das Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) zur Verfügung gestellt hatte. Damit steht sie nicht alleine da. Auch die Postkarte von Oberbürgermeister Helmut Müller (CDU) erzielte bei der Versteigerung 16 Euro.

Die Diakonie Wiesbaden hatte im Frühjahr diesen Jahres Künstler, Prominente und Wiesbadener Menschen ohne Heim dazu aufgerufen, postkartengroße Kunstwerke zum Thema Ankommen zu schaffen. 80 Werke gingen ein. Drei Wochen waren sie in der Marktkirche ausgestellt und wurden am Sonntagabend versteigert. Das Startgebot betrug 15 Euro.

Erlös geht an Teestube

Der Erlös geht zugunsten der Teestube Wiesbaden. „Weil das Geld nicht zweckgebunden ist, können wir den Menschen mit dem Erlös individuell einsetzen“, sagt Projektinitiator Stefan Weiler. Einem rumänischem Paar möchte er zum Beispiel die Rückkehr in die Heimat ermöglichen.

Das spannende bei der Versteigerung war, dass vorab niemand wusste, von wem das Kunstwerk stammt. Somit ist das Urteil, dass Kristina Schröders Postkarte wirklich nur 16 Euro wert ist, tatsächlich objektiv. Eingesandt hat sie eine Postkarte mit einem Pfeil in zwei Richtungen, in dem sie einen Text zum Motto der Aktion schrieb. Nun darf Marktkirchenpfarrer Jeffrey Myers das Kunstwerk sein Eigen nennen.

Über 30 Personen kamen zu der Versteigerung - auch Künstler wie Petra Abroso aus Darmstadt. Mitgemacht hat sie, weil man „mit wenig Aufwand was tun kann.“ Erwartungen hatte sie keine. Auch ihre Zeichnung erzielte 16 Euro.

Doch bei manch anderem Werk fiel der Hammer erst deutlich später: 30 Euro erzielte das Werk von Johann P. Reuter. Aus Blattgold hat er es geschaffen. „Uns beiden gefiel es auf Anhieb“, verriet das Paar, das bis zum letzten Gebot sein Auktionskärtchen in die Luft gehoben hat.

Das Startgebot für Daniel Küblböcks Postkarte lag übrigens bei 50 Euro. Da vertraute offenbar jemand blind darauf, dass Küblböck tatsächlich ein Kunstwerk geschaffen hat. (ebö.)

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