Wiesbaden

Erstochener Therapiehund Aiko erhitzt die Gemüter in Wiesbaden

  • schließen

Der Fall des erstochenen Therapiehunds Aiko kursieren Drohungen gegen den mutmaßlichen Täter im Netz. Viele Menschen fordern härtere Strafen für Tierquäler. Die Polizei ermittelt noch.

Im Fall des erstochenen Therapiehunds aus Auringen schlagen die Wellen hoch. Im Netz kursieren Drohungen und Hass-E-Mails gegen den mutmaßlichen Täter. Viele Menschen drücken auch ihr Mitgefühl aus. Nun fordert eine Online-Petition, dass die Strafen für Personen, die Tiere grundlos töten oder quälen, verschärft werden.

Gestern gegen 12 Uhr hatten bereits über 5000 Menschen die Petition auf change.org unterzeichnet. Die Initiatoren der Petition vermitteln den Eindruck, dass der Täter keine hohe Strafe zu befürchten brauche, weil Tiere juristisch als Sache gelten würden. Die Betreiber der Seite verweisen indes auf Paragraf 17 des Tierschutzgesetzes. Demnach kann die grundlose Tötung oder Quälerei eines Tieres mit einer Geldstrafe oder Freiheitsentzug bis zu drei Jahren bestraft werden.

Am Donnerstagvormittag hatte ein 21-jähriger Bundeswehrsoldat in Auringen den Hund seiner Nachbarin mit einem Messer erstochen. Die 55 Jahre alte Besitzerin des American Collies mit dem Namen Aiko war auf einen Spaziergang mit ihren Hunden, als sie dem Nachbarn und dessen Hund begegnete. Wie die Frau dem HR berichtete, seien ihre Hunde zu seinem Hund gelaufen, der angeleint war. Der junge Mann habe den Moment genutzt, um das Messer in Aikos Herz zu rammen. Das Tier sei kurz darauf gestorben. Mit dem Nachbarn habe es schon häufiger Streit gegeben, heißt es in dem HR-Bericht. Da die an Multipler Sklerose erkrankte Frau an zwei Stöcken läuft, habe sie ihre Hunde immer ohne Leine laufen lassen, was den mutmaßlichen Täter erzürnt haben soll. Er soll bereits früher gedroht haben, den Hund „abzustechen“. Der Angreifer behaupte jedoch, von dem Collie angegriffen worden zu sein.

Die Polizei hat nach eigenen Informationen die Ermittlungen in dem Fall noch nicht abgeschlossen. Die Beteiligten seien noch nicht vernommen worden. Ob der Angreifer dem Hund Aiko aufgelauert habe oder er sich gegen einen Angriff des Hundes verteidigen wollte, ist somit noch nicht geklärt. Wie ein Sprecher der Polizei auf Anfrage mitteilt, sei das Messer sichergestellt worden. Es werde geprüft, ob der junge Mann befugt sei, ein solches zu tragen. Beamte hätten mit Aikos Besitzern und der Familie des Angreifers Gespräche geführt, um die Situation zu deeskalieren. Ob der junge Soldat weiter bei der Bundeswehr bleiben kann, ist ebenfalls noch offen. Eine Sprecherin des Heeres erklärte auf Anfrage, dass entsprechende Ermittlungen aufgenommen worden seien.

Aiko sei als neun Wochen alter Welpe zu seinem Frauchen gekommen, erzählt die Besitzerin dem HR weiter. Sie habe ihn zunächst zum Rettungshund und dann zum Therapierung ausgebildet. Bei Besuchen in Altenheimen, Schulen oder Kindergärten habe Aiko den Menschen stets Freude bereitet. Auch ihr sei der Hund eine Hilfe im Alltag gewesen. Um Aikos Unschuld zu beweisen, lasse sie das tote Tier nun obduzieren. Aiko wurde zehn Jahre alt.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare