Wiesbaden

Erstmals Glasverbot auf dem Fastnachtsumzug

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Beim größten hessischen Umzug wird es untersagt sein, Glasflaschen oder Trinkgläser zu benutzen - es gab im Vorjahr zu viele Schnittverletzungen.

Poller und Straßensperren gehören inzwischen aus Sicherheitsgründen zu jedem Volksfest dazu. Beim Wiesbadener Fastnachtsumzug wird erstmals auch ein Glasverbot ausgesprochen. Wenn der größte Umzug in Hessen am 3. März 2019 durch die Innenstadt rollt, wird es in der Burgstraße und am Platz der Vier Jahreszeiten untersagt sein, Glasflaschen oder Trinkgläser zu benutzen. „Dort treffen sich traditionell junge und trinkfreudige Menschen“, erklärt Yvonne Noll, Pressesprecherin der Dachorganisation der Wiesbadener Fastnachtsvereine. Dort liege auch eine Bar, die zur Fastnachtsparty einlade, und Foodtrucks machten Station. 

„Es gab im vergangenen Jahr zu viele Schnittverletzungen, weil Betrunkene Glasflaschen auf die Zugwagen und die Tänzerinnen und Tänzer geworfen haben“, berichtet Simon Rottloff, Vorsitzender der Dachorganisation der 39 Wiesbadener Fastnachtsvereine. Die Scherben auf der Straße hätten die Tanzschuhe zerschnitten; zudem hätten sie auch die Reifen zweier Motivwagen aufgeschlitzt, die mit platten Reifen weiterfahren mussten. Ein Verbot soll vermeiden, dass sich Personen bei Stürzen an den Scherben schneiden oder Zuschauer über kullernde Flaschen stolperten. Ordnungskräfte werden die Besucher daher beim Einlass auf den Platz kontrollieren. 

Ansonsten versprechen die Veranstalter wieder eine fröhliche Kampagne. Das Motto: „Es ist wirklich geglückt, Wiesbaden ist noch immer verrückt“ nimmt das Motto des ersten Fastnachtszugs vor 70 Jahren auf, als es damals hieß „Es ist geglückt, Wiesbaden verrückt“. Zugmarschall Harald Müller hofft, dass beim Umzug erneut 400 000 Besucher gezählt werden können. In den vergangenen zwei Jahren schauten sich mehr Menschen den Wiesbadener als den Frankfurter Umzug an, sagt Rottloff. 

Der Fastnachtssonntagsumzug ist die größte Tagesveranstaltung der Landeshauptstadt. Darauf dass es sich dabei um ein von Ehrenamtlichen organisiertes Fest handelt, ist Rottloff stolz. Ohne die Unterstützung der Stadt wäre es schwer, die Kosten aufzubringen, sagt Rottloff. Die Stadt zahlt nicht nur 30 000 Euro im Jahr, sondern unterstützt die Veranstaltung auch mit der Arbeit der städtischen Entsorgungsbetriebe ELW, die etwa die Reinigung übernimmt, ohne eine Rechnung zu stellen. Der Umzug kostet knapp 200 000 Euro, die gesamte Kampagne eine Viertelmillion. Der Verkauf der 5000 Zugplakettchen für zwei Euro das Stück, die 2019 das Alte Rathaus, das Kurhaus und den „Schweiger“ (Denkmal Wilhelms von Oranien) darstellen, deckt die Kosten bei weitem nicht. Eine Sammeledition mit Motiven aus vergangenen Jahren soll etwas Geld einspielen. Richtig helfen würden nur neue Sponsoren, die der Verein händeringend sucht.

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