Vor dem Saisonstart wird gründlich gereinigt – wie hier im Freibad Kleinfeldchen.
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Vor dem Saisonstart wird gründlich gereinigt – wie hier im Freibad Kleinfeldchen.

Das erste Freibad öffnet heute

  • Ute Fiedler
    vonUte Fiedler
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Bädergesellschaft Mattiaqua will künftig flexibler auf die Wetterverhältnisse reagieren

Alle reden übers Wetter. Auch Thomas Friedmann, Betriebsleiter der Mattiaqua Bädergesellschaft. Er hat sogar einen Artikel mit der Überschrift „Ab Donnerstag sollen die Temperaturen steigen“ an die Pinnwand seines Büros gehängt und checkt jeden Tag mindestens zweimal die Vorhersagen. Für die wenigsten ist das Wetter so wichtig wie für die Mitarbeiter der Bädergesellschaft. Schließlich ist Petrus der, der entscheidet, ob den Betreibern das Geschäft verhagelt wird oder ob die Kassen klingeln.

Seit Wochen laufen die Vorbereitungen für die neue Badesaison auf Hochtouren. Man habe sie so getaktet, dass man kurzfristig die Bäder bei schönem Wetter öffnen könne, sagt Friedmann, der im Oktober den Posten des Betriebsleiters übernommen hat. Das heißt konkret: Da die Meteorologen für den heutigen Samstag Sommerwetter vorausgesagt haben, öffnet das Freibad Kleinfeldchen heute zum ersten Mal in dieser Saison seine Pforten.

„Wir sind früher dran als sonst, weil wir so gearbeitet haben, dass wir flexibel sein können“, sagt auch Friedmanns Stellvertreter, Gunnar Feuerbach. Das solle auch in Zukunft so beibehalten werden. „Schließlich sind wir ja vom Wetter abhängig und da gilt es, jeden schönen Tag auszunutzen.“ Mitte Mai sollen dann die Maaraue und das Kallebad öffnen. Am Termin für das Opelbad hat sich nichts geändert, das wird traditionell am 1. Mai geöffnet.

Die Neuerung ist für die Bädergesellschaft wichtig. Die Kostendeckung liegt bei 30 bis 35 Prozent, rund neun Millionen Euro müssen pro Jahr bezuschusst werden. Kein Wunder, dass jeder Tag zählt – vor allem, wenn man sich die große Anzahl der Badegäste pro Saison anschaut. Mehr als 500000 kommen pro Jahr in die vier Freibäder der Landeshauptstadt. Die meisten, rund 130000, verbringen ihre Zeit im Kallebad. Im Opelbad, das mit etwa 12000 Quadratmetern Liegefläche das kleinste Wiesbadener Freibad ist, ziehen etwa 60000 Besucher ihre Bahnen.

Obwohl viele Kommunen versuchen, durch niedrigere Wassertemperaturen Geld zu sparen, wird in den Bädern der Landeshauptstadt weiter geheizt wie bisher. „Es müssen ja nur das Opelbad und das Kleinfeldchen beheizt werden. Das Wasser im Freibad Maaraue und das Kallebad wird ausschließlich durch die Sonne und Solar-Absorber erwärmt“, sagt Feuerbach.

Warum man nicht schon viel früher auf einen flexibleren Saison-Start gedrängt hat, erklärt er damit, dass Mattiaqua erst zum Januar 2008 die Leitung aller Wiesbadener Bäder übernommen hat. „Zuvor gab es mehrere Betreiber, jeder hat sein eigenes Süppchen gekocht. Jetzt können wir die Öffnungen besser steuern.“

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