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Erste Burgfestspiele beginnen

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Die Verwechslungskomödie „Der Diener zweier Herren“ feiert am Dienstagabend im Sonnenberger Burggarten Premiere.
Die Verwechslungskomödie „Der Diener zweier Herren“ feiert am Dienstagabend im Sonnenberger Burggarten Premiere. © Michael Schick

Mit der Verwechslungskomödie „Der Diener zweier Herren“ – frei nach Carlo Goldoni – eröffnen am Dienstagabend die ersten Burgfestspiele in Sonnenberg. Regisseurin Christa Leiffheidt wurde am Freitag der Auftrag für die Regiearbeit entzogen.

Von Mirjam Ulrich

Beatrice sucht ihren Geliebten Florian. Der steht unter Verdacht, ihren Bruder Frédéric umgebracht zu haben und ist deshalb aus Brüssel geflohen. Sie reist ihm als Mann verkleidet mit ihrem schlitzohrigen Diener Truffaldino nach Wiesbaden hinterher. Dorthin wird die Handlung von „Der Diener zweier Herren“ in der aktuellen Produktion des Künstlerhaus 43 verlegt. Mit der Verwechslungskomödie – frei nach Carlo Goldoni – eröffnen am Dienstagabend die ersten Burgfestspiele in Sonnenberg.

„Prinzipiell spielen die Stücke immer dort, wo wir sind: in Wiesbaden“, begründet Wolfgang Vielsack, Leiter des Theaters Künstlerhaus 43, warum nicht wie bei Goldoni Venedig Ort des Geschehens ist. Zudem spielt die Handlung während des Wirtschaftswunders, als Frauen laut Gesetz die Erlaubnis des Ehemannes brauchten, wenn sie berufstätig sein wollten. Denn bei den Aufführungen im Burggarten singen die Darsteller Schlager aus den 1950ern, aber auch Songs von den Beatles – eine Idee der Regisseurin Christa Leiffheidt.

Nick Benjamin in der Hauptrolle

Ihr wurde allerdings am Freitag der Auftrag für die Regiearbeit entzogen. Zuvor gab es Ärger wegen der Nennung der Verantwortlichen auf den Plakaten, Flyern und Broschüren. Zwar wird Christa Leiffheidt explizit als Regisseurin aufgeführt, unter Inszenierung aber das Künstlerhaus 43 genannt. Üblicherweise gilt die Inszenierung als Arbeit des Regisseurs. Die Künstlerin wandte sich deshalb auch an den „Wiesbadener Kurier“. Vielsack will den Vorgang nicht weiter öffentlich kommentieren, sagt aber, dass eine gemeinsame Regie abgesprochen gewesen sei. Jedoch: „Die Chemie stimmte nicht mehr.“

Das Ensemble verstehe sich untereinander aber bestens, sagt Timo Sturm. Der aus der SWR-Komödie „Schreinerei Fleischmann“ bekannte Schauspieler gehört neben Horst Krebs, Michael Klein und Vielsack selbst der neunköpfigen Darstellerriege an. Die Hauptrolle des Dieners Truffaldino übernimmt der überregional bekannte Moderator, Sprecher und Schauspieler Nick Benjamin. Vielsack verpflichtete ihn mitsamt Ukulele. Die Idee zu dem neuen Festival kam ihm 2013 während der Suche nach einem neuen Ort für Freilichttheater. Im Sommer 2011 und 2012 hatte das Künstlerhaus 43 die Baulücke in der Kleinen Schwalbacher Straße als Bühne genutzt. Auf der Sonnenberger Burg hatte Vielsack bereits vor 14 Jahren gespielt.

Vergangenes Jahr lernte er Christa Leiffheidt kennen, die ebenfalls im Burggarten inszenieren wollte. „Wir sind beide im besten Sinne Theaterverrückte“, schildert Vielsack den Beginn der Zusammenarbeit. Leiffheidt übernahm zunächst die Regie eines Stücks im Künstlerhaus 43 an der Oberen Webergasse.

Die Stadt Wiesbaden, der Sonnenberger Ortsbeirat und die Interessengemeinschaft der örtlichen Vereine ließen sich von der Idee der Burgfestspiele überzeugen. Der Ortsbeirat steuerte 2000 Euro bei, von der Stadt gab es jedoch kein Geld. Das Kulturamt leiht Stühle, Schirme und eine kleine, nicht ansteigende Tribüne. Das Künstlerhaus 43 setzte daher 10 000 Euro aus Projektmitteln ein und suchte Sponsoren. „Wir tragen das volle finanzielle Risiko“, sagt Vielsack. Er hat den Burggarten für zwei Sommer gemietet und will 2015 dreieinhalb Wochen lang Burgfestspiele veranstalten und drei Stücke auf dei Bühne bringen. Sein Plan lautet, die Burgfestspiele auf Dauer zu etablieren. Damit die Rechnung dieses Jahr aufgeht, benötigt das Festival aber erst einmal jeden Abend 160 zahlende Zuschauer.

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