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Erst wird gebuddelt, dann gebaut

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Kita Schlangenbader Straße wird abgerissen. 1500 neue Krippenplätze geplant.

Von Elisabeth Böker

Symbolisch stechen zwei Kinder der Kindertagesstätte Schlangenbader Straße mit Sozialdezernent Axel Imholz (SPD) und Stadtentwicklungsdezernentin Sigrid Möricke (SPD) Spaten und Sandschaufeln in die Erde. Ein letztes Mal durften sie im Sand buddeln. Dann ist Schluss. Denn ab sofort ist das Grundstück eine Baustelle.

Das alte Gebäude von 1974, das eigentlich nur als Provisorium angedacht war, ist mittlerweile so marode, dass es komplett abgerissen werden muss. „Eine Sanierung des Gebäudes ist aus wirtschaftlichen Gründen nicht sinnvoll und aufgrund der Fertigbauweise auch konstruktiv nicht möglich“, sagte Sigrid Möricke.

Der Neubau wird im Passivbauhausstil gehalten. „Die Fassade wird durch das Vorsetzen eines Profilglases zur Vorerwärmung der Luft genutzt. Dadurch kann selbst in der kalten Jahreszeit die Sonnenenergie zur Erwärmung des Hauses verwendet werden“, erklärt der betreuende Architekt Holger Zimmer vom A-Z Architektenbüro. Eine deutliche Energieeinsparung sieht er damit als sicher an. Weiterer Vorteil: Alle Spielgruppenräume bekommen direkten Zugang zum Garten.

Die Kosten für den Neubau beziffert Möricke mit 2,6 Millionen Euro. In einem Jahr soll Eröffnung sein. Solange sind die Kinder in Containern auf der gegenüberliegenden Straßenseite untergebracht. Mit dem Neubau verbunden sind 20 zusätzliche Plätze für Kinder im Alter von drei bis zur Einschulung, so dass 60 Kinder im Elementarbereich ab voraussichtlich Frühjahr 2013 betreut werden können. Außerdem entstehen 30 Krippenplätze neu.

Empört fragt eine Mutter bei der Feier zum Abbruch den Sozialdezernenten, warum die 20 Hortplätze in der Schlangenbader Straße entfallen müssten. Doch Axel Imholz versichert, dass man sich um eine Lösung kümmere.

Der städtische Kindergarten in der Schlangenbader Straße ist nicht die einzige Einrichtung, in der Veränderungen bevorstehen. 1500 neue Betreuungsplätze für die unter Dreijährigen plant die Stadt Wiesbaden mit ihrem Kita-Ausbauprogramm in den nächsten Jahren.

Derzeit werden 3600 Kinder in den Kitas der Stadt Wiesbaden betreut. In vier weiteren städtischen Einrichtungen, zwei in Kostheim, eine in Biebrich und eine in der Münchener Straße, werden durch Erweiterungen 80 Plätze geschaffen.

Im außerstädtischen Bereich tut sich ebenfalls was. Das DRK baut in Klarenthal. In dem Neubau kommen 30 Krippen- und 60 Elementarplätze hinzu. Die Awo hat das „Zündholz“ in Kostheim umgebaut mit ebenfalls 30 Krippenplätzen und einer neuen Elementargruppe.

Weitere Einrichtungen mit neuen Krippenplätzen sind der evangelische Kindergarten Ringkirche und der evangelische Kindergarten Heilig Geist. Da ist der Rohbau bereits fertig. Je 20 Kleinkinder werden dort aufgenommen. In der Katholischen Kita St. Bonifatius entsteht die gleiche Anzahl von Krippenplätzen. Betreuungsmöglichkeiten für zehn Kinder schafft auch die Lebenshilfe Biebrich in der Kindertagesstätte Tandem.

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