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Wiesbaden

Erinnerungen sollen nicht verblassen

  • Ute Fiedler
    VonUte Fiedler
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Das Aktive Museum Spiegelgasse will auch losgelöst vom Auschwitz-Gedenktag weitere Stolpersteine verlegen. 574 Stolpersteine gibt es bislang in Wiesbaden, verlegt vor 258 Häusern. Doch damit ist erst einer kleinen Zahl von NS-Opfern gedacht.

Wenn man nicht gerade als Hans-guck-in-die-Luft durch Wiesbaden spaziert, sondern seinen Blick auch mal zu Boden richtet, entdeckt man sie überall: Stolpersteine. Am gestrigen Dienstag, dem 70. Jahrestag der Befreiung der Juden aus dem Konzentrationslagers Auschwitz durch die Sowjetarmee, hat der ein oder andere bewusst an den kleinen Gedenktafeln Halt gemacht.

574 Stolpersteine gibt es bislang in Wiesbaden, verlegt vor 258 Häusern. Mit ihnen wird den Opfern der Nazis gedacht. Wie viele Juden, die in Wiesbaden lebten oder zeitweise wohnten, in Zeiten des NS-Regimes ermordet wurden, ist nicht ganz klar. Das Mahnmal am Michelsberg erinnert an mehr als 1500 Opfer. Unklar ist auch, wie viele von ihnen in Auschwitz starben, erläutert Elisabeth Lutz-Kopp vom Aktiven Museum Spiegelgasse, die für das Projekt Stolpersteine verantwortlich zeichnet.

Lutz-Kopp verweist auf das Gedenkbuch des Bundesarchives. Es berichtet von mehr als 170 Menschen aus Wiesbaden, die im KZ Auschwitz ermordet wurden. „Aber im Gedenkbuch sind sicher nicht alle aufgelistet.“ Anlässlich des 70. Jahrestages der Befreiung der Juden aus dem KZ Auschwitz wird bundesweit darüber debattiert, ob die Erinnerungen an die Schrecken des NS-Regimes mit der Zeit mehr und mehr verblassen. Schließlich gibt es kaum noch Zeitzeugen.

Gute Jugendarbeit

Elisabeth Lutz-Kopp verneint dies. „Zumindest für Wiesbaden kann ich sagen, dass wir als Aktives Museum Spiegelgasse besonders viele Anfragen von jungen Leuten haben“, sagt sie und verweist darauf, dass sich immer wieder Schulklassen zu Stolperstein-Rundgängen anmeldeten. So wie am gestrigen Dienstag. Auch die Landtagsfraktion der Linken machte gestern mit Museums-Mitarbeitern einen Rundgang und putzte einiger der Steine. „Zudem haben wir die Jugendinitiative Spiegelbild, die mit ihren Projekten in die Zukunft weist“, sagt sie.

Damit die Erinnerungen nicht verblassen, sollten sich Aktionen nicht nur auf Gedenktage beschränken, sagt Lutz-Kopp, die ankündigt, dass auch in diesem Frühjahr weitere Stolpersteine verlegt würden. „Auch wenn es manchmal Probleme mit den Hausbesitzern gibt.“ Diese würden darauf hinweisen, dass durch einen Stolperstein vor dem Haus, die Immobilie entwertet werde. Sie äußerten Ängste, dass „Taliban-Kämpfer“ oder Rechtsextreme die Fassade beschmierten. „Und immer wieder hören wir, dass es doch auch jetzt mal gut sei. Schließlich gebe es doch das Mahnmal. Aber gut ist es noch lange nicht.“

Weitere Informationen gibt es unter www.am-spiegelgasse.de.

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