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Von außen sieht es noch wüst aus, doch innen ist der Baufortschritt zu sehen. Christiane Erdmann und Wulf Winckelmann vor der Walkmühle.
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Von außen sieht es noch wüst aus, doch innen ist der Baufortschritt zu sehen. Christiane Erdmann und Wulf Winckelmann vor der Walkmühle.

Wiesbaden

Endspurt in der Walkmühle

  • Madeleine Reckmann
    VonMadeleine Reckmann
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Seit Jahren schon wird die Walkmühle in Wiesbaden saniert. Jetzt ist ein Ende der Bauarbeiten in Sicht. Das denkmalgeschützte Gebäudeensemble soll 2019 fertig sein.

Die Arbeiter sind gerade dabei, den Turm der Walkmühle für den Bau eines neuen Treppenhauses vorzubereiten. Durch ein Loch im Mauerwerk kann man die Baugeräte sehen. Aber anschauen kann man die Arbeiten nicht, dichter Staub dringt in großen Schwaden aus den Türöffnungen. Im Südflügel, wo mal ein Atelier eingerichtet werden soll, fräsen Elektriker die Ziegelsteinmauer dort aus, wo später die elektrischen Leitungen verlegt werden. Der neue Estrich liegt in diesem Saal bereits, neue Holzfenster mit Sprossen und altem Schließmechanismus gibt es auch schon, an die Decke soll noch eine Strohschicht zur Isolation angebracht werden. Die 1737 erbaute Walkmühle steht unter Ensembleschutz. Für die Sanierung sind Vorgaben für Material und Formen zu beachten.

Gearbeitet wird an dem der Wiesbadener Immobilienmanagement Gesellschaft (WIM) gehörenden Ensemble bereits seit vier Jahren. Die Dächer wurden seitdem mit echten Schieferschindeln belegt und wieder dicht gemacht. „Das Wasser kam von oben und unten“, erinnert sich Christiane Erdmann vom Künstlerverein Walkmühle, der sich für den Erhalt der Gebäude und deren Nutzung als Ausstellungsort seit 2005 einsetzt. Morsche Holzträger wurden durch neue ersetzt, die in die Jahre gekommene Statik insgesamt gesichert, Mauern und Fensterstürze neu aufgemauert, die preußische Kappendecke, eine Konstruktion aus kleinen Ziegelsteingewölben, wieder hergestellt.

Die aufwendigen Arbeiten verzögerten sich immer wieder. Nun soll wirklich Endspurt sein. Der Südflügel und der Pferdestall könnten Ende 2018 fertig werden. Komplett beendet sein sollen die Sanierungsarbeiten Ende 2019, wenn auch das Haupthaus, das Brauhaus, hergestellt sein wird. „Die Bauarbeiten im laufenden Betrieb sind eine Herausforderung“, sagt Vereinsvorsitzender Wulf Winckelmann. Aber so sei es gewollt und solle es bleiben. Der Kunstverein möchte sein Kulturprogramm nicht aussetzen. Im April startet die Saison mit dem „Salon Spezial“ mit Detlef Schweiger. Im Winter ruhen die Veranstaltungen, denn es gibt keine Heizung.

Noch nicht. Die Sanierungspläne sehen vor, den großen Ausstellungssaal im Brauhaus radikal zu verändern. Der Haupteingang wird dorthin verlegt und die Fenster werden bis auf den Boden gezogen. Die kesselförmige Öffnung zum Sudhaus bleibt erhalten. Decken, Böden, Leitungen werden neu gemacht, und erstmals wird eine Heizung eingebaut. Zurzeit organisiert der Verein etwa 16 Veranstaltungen im Jahr, zu deren Vernissagen oft 300 Personen kommen; zur Eröffnung der Ausstellung „Naturliebe“ seien sogar 400 Besucher dagewesen.

Seitdem die Künstler Erdmann, Winckelmann und Edgar Diehl die halb verfallene Walkmühle vor 15 Jahren einfach zum Ort der Kunst erklärten und das Gemäuer für ihre Ateliers und die Ausstellungen nutzbar machen, wurde dort Werke von 1300 Künstlern präsentiert, darunter von Picasso, sagt Winckelmann stolz. Ist die Walkmühle fertig, möchte der Verein das Kulturprogramm ausbauen.

Die Walkmühle ist als Nukleus für Kreative und Künstler geplant. In dem Bereich, den der Verein verwaltet, sollen zwölf Künstler in Einzelateliers und Open Spaces arbeiten. Die Bewerbungen dafür laufen. Über 70 Personen hätten bereits Interesse bekundet, sagt Winckelmann. Eine siebenköpfige Jury wird die Auswahl treffen, Engagement im Kulturverein ist ein Pluspunkt für die Vergabe. Der unter der Leitung der WIM stehende Teil des Ensembles soll gewerblich vermietet werden - an Unternehmen aus der Kreativbranche.

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