Die Bauarbeiten am geplanten Kohlekraftwerk stehen seit 2009 still.
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Die Bauarbeiten am geplanten Kohlekraftwerk stehen seit 2009 still.

Kohlekraftwerk-Bau

Endgültiges Aus für Kraftwerk

Das umstrittene Bauvorhaben auf der Ingelheimer Aue wird beendet.

Das Ergebnis kommt nicht überraschend: Das umstrittene Projekt, ein Kohlekraftwerk auf der Ingelheimer Aue zu bauen, wird bald beendet. Das beschloss der Aufsichtsrat der Kraftwerke Mainz-Wiesbaden (KMW) am Freitagabend. Wie das Unternehmen mitteilte, unterrichtete der KMW-Vorstand den Aufsichtsrat darüber, dass er den Aktionären empfohlen hat, das seit September 2009 ruhende Projekt endgültig aufzugeben.

Die Oberbürgermeister von Wiesbaden und Mainz, Helmut Müller (CDU) und Michael Ebling (SPD), zeigten sich mit dem Ergebnis der Sitzung zufrieden. Müller ist KMW-Aufsichtsratsvorsitzender, Ebling sein Stellvertreter. Bereits in der vorletzten Woche hatten die KMW-Vorstände Werner Sticksel und Ralf Schodlock mit den beiden Oberbürgermeistern über das Thema beraten. In der vergangenen Woche trafen sich zudem der KMW-Vorstand und die Anteilseigner der KMW – das Unternehmen gehört zu gleichen Teilen den Stadtwerken Mainz und der Eswe Versorgungs AG.

Kein Geld wegen Finanzkrise

Auch dabei einigten sich die Beteiligten über das Ziel, das Bauvorhaben auf der Rheininsel endgültig zu beenden. Die Gesellschafter der KMW werden darüber bald in einer Hauptversammlung entscheiden. Zuvor werden die Aufsichtsräte der Eswe Versorgung und der Stadtwerke Mainz an der Entscheidung beteiligt. Ursprünglich sollte das Kohlekraftwerk 2013/14 fertiggestellt sein und mit einer Leistung von 820 Megawatt Strom und Fernwärme erzeugen. Doch bereits im Herbst 2009 legte der KMW-Aufsichtsrat das Projekt auf Eis: Die Finanzierung des 1,2 Milliarden teuren Großkraftwerks war wegen der Finanzkrise gescheitert. Ende 2009 sprach sich die Ampelkoalition in Mainz gegen den Bau aus. Die dortige SPD zählte zuvor lange zu den Befürwortern, während die Wiesbadener SPD dagegen war. Umweltschützer hatten von Beginn an gegen die Pläne protestiert.

Die Entscheidung sei nicht nur klimapolitisch für beide Städte gut, sagt SPD-Fraktionschef Sven Gerich, der auch im Eswe-Aufsichtsrat sitzt. „Die Eigentümer haben erkannt, dass es nicht sinnvoll ist, die Planung gegen den Willen der Bevölkerung weiterzuverfolgen.“ Nun sei noch zu prüfen, wie viel Geld das gescheiterte Projekt gekostet habe. (miu.)

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