1. Startseite
  2. Rhein-Main
  3. Wiesbaden

Einsatz im Freiwilligendienst?

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Jens Joachim

Kommentare

Die CDU-Bundestagsabgeordnete und ehemalige Bundesfamilienministerin Kristina Schröder regt an, Flüchtlinge im Bundesfreiwilligendienst einzusetzen. So könnten sie der Stadt, in der sie leben, etwas zurückgeben.

Möglichst viele Flüchtlinge mit einer Bleibeperspektive sollten in Wiesbaden im Bundesfreiwilligendienst (Bufdi) eingesetzt werden. Das hat die CDU-Bundestagsabgeordnete Kristina Schröder vorgeschlagen. Unterstützt wird die Idee vom CDU-Fraktionsvorsitzenden Bernhard Lorenz sowie der zuständigen Stadträtin und Integrationsdezernentin Rose-Lore Scholz (CDU). Ende September war in Berlin beschlossen worden, 10 000 zusätzliche Bufdi-Plätze für Flüchtlinge zu schaffen.

Nach den Vorstellungen Schröders sollte die Stadt „schnell die Chance ergreifen, möglichst viele dieser Plätze zu erhalten“. Gefördert werden sollten vor allem die vielen Flüchtlinge, die nicht direkt in den ersten Arbeitsmarkt vermittelt werden könnten. Die Bufdis könnten etwa in Flüchtlingsunterkünften, in Schulen, Behinderteneinrichtungen, Entwicklungshilfeorganisationen oder Mehrgenerationenhäusern als freiwillige Helfer tätig werden. Der Vorteil wäre, dass die Neuankömmlinge nicht tatenlos in ihren Unterkünften herumsäßen, sondern einer geregelten Beschäftigung nachgehen könnten, meint Schröder. Die Flüchtlinge könnten so auch soziale Kontakte knüpfen und leichter die deutsche Sprache erlernen, meint auch Stadträtin Scholz.

Zudem könnten sie auf diese Weise der Stadt „etwas zurückgeben“, was auch die Akzeptanz in der Bevölkerung steigere und die Integration der Flüchtlinge erleichtere, so Schröder.

Lorenz sieht in dem Vorschlag auch eine Möglichkeit für die Stadt, direkt Geld vom Bund für die langfristige Integration der Flüchtlinge zu erhalten. So übernehme der Bund auch etwa die Kosten für Sprachkurse, Verpflegung und Arbeitskleidung. Pro Bufdi könnte die Stadt bis zu 600 Euro vom Bund bekommen.

Schröder zufolge sollte es das Ziel sein, in Wiesbaden mindestens 20 neue Bufdi-Stellen für Flüchtlinge zu schaffen. Vor vier Jahren hatte sie als damalige Familienministerin den Bundesfreiwilligendienst als Ersatz für den Zivildienst eingeführt. Inzwischen gibt es jährlich mehr als 40 000 Bufdis, die zwischen sechs und 18 Monaten einen gemeinnützigen Dienst leisten.

Nach den Vorstellungen der beiden CDU-Politiker sollten die Flüchtlinge in Wiesbaden möglichst 18 Monate als Bufdis tätig sein. Auf einen sechsmonatigen Sprachkursus würde ein zwölfmonatiger Einsatz etwa in Behinderteneinrichtungen, Krankenhäusern oder in Parkanlagen folgen. Schröder und Lorenz favorisieren, den Flüchtlingen weniger Bargeld auszuzahlen und ihnen stattdessen das kostenfreie Bus- und Bahnfahren zu ermöglichen.

Auch interessant

Kommentare