Aarstraße

Einkaufen in Nordost

Anwohner sehen mehr Vorteile als Nachteile in neuem Supermarkt

Von Jana Kinne

Früher waren mehrere Metzger zu Fuß zu erreichen, einen kleinen Supermarkt mit frischem Fleisch und Käse gab es auch. Jetzt sind Christa Kutzner und ihr Mann auf das Auto angewiesen, wenn sie den Kühlschrank füllen wollen. „Es ist schon sehr beschwerlich immer aus der Stadt raus zu fahren, um einzukaufen“, sagt Christa Kutzner. Deshalb sei sie dem neuen Bauprojekt gegenüber, einem Nahversorger an der Aarstraße 31, auch sehr positiv eingestellt. „Je schneller etwas kommt, desto besser“, sagt die Rentnerin.

Die bisherigen Pläne, die den Anwohnern am Mittwochabend in einer Bürgerversammlung vorgestellt wurden, sehen den Bau eines knapp 1400 Quadratmeter großen Vollversorgermarktes vor, der helfen soll das Defizit in der Nahversorgung in Nordost zu beheben.

„Wir begrüßen das Projekt, denn in Nordost besteht eine Versorgungslücke“, sagt Ortsvorsteher Siegfried Graffy (CDU). Für die rund 22?000 Menschen im Bezirk sei ein besseres Angebot notwendig. Die Menschen würden immer älter, da sei es wichtig, Einkaufsmöglichkeiten vor Ort zu haben. Seiner Meinung nach ist das auch der Trend: Weg von der grünen Wiese. „Ich glaube die Handelsketten haben verstanden, dass man in die Wohnbezirke reingehen muss, wenn man Kunden gewinnen will“, sagt der Ortsvorsteher.

Axel Kittler, Rewe-Standortplaner, bestätigt ihn. Bis vor fünf oder sechs Jahren hätte man bei Rewe einen Markt wie den an der Aarstraße nicht gebaut, weil die Fläche zu klein sei. Inzwischen gebe es aber ein Umdenken: „Wir wollen die Leute in der Stadt halten“, erklärt er.

Doch nicht alle Bürger stehen dem Projekt vollkommen positiv gegenüber. „Es ist schön, dass ein neuer Markt kommt, aber wir hätten uns über einen Anbieter gefreut, der mehr Bio-Produkte im Sortiment hat“, sagt ein Anwohner. Ein anderer ist besorgt über die geplante Ein-und Ausfahrt hin zur Aarstraße. „Gerade in den Abendstunden, wenn viel Pendlerverkehr herrscht, sehe ich da ein Gefahrenpotenzial“, sagt er.

Auch die Anbindung zu Fuß wird bemängelt. „Man bräuchte einen Fußweg an einer Seite des Marktes“, gibt ein Besucher zu bedenken.

Punkte wie Lärm und zusätzlicher Verkehr, die beim geplanten Bau eines Marktes in der Comeniusstraße die Gemüter der Anwohner bewegten, werden bei der Planung des neuen Marktes an der Aaarstraße dagegen nicht kritisch gesehen. „Die Aarstraße ist eh schon so stark befahren, da braucht man keine Angst vor Zusatzverkehr zu haben“, sagt Christa Kutzner.

Beim Punkt Lärmschutz kann der Markt durch eine unterirdische Anlieferung und eine Tiefgarage mit 78 Stellplätzen überzeugen.

Dass sich durch den neuen Markt der kleine Nahkauf an der Lahnstraße nicht mehr halten könnte, davon sind die meisten Bürger überzeugt. Dennoch geht Siegfried Graffy von einer Verbesserung der Versorgungslage in Nordost aus. „Wenn der Bau der Märkte in der Comeniusstraße und der Aarstraße genehmigt wird, werden weniger Menschen zum Einkaufen auf die grüne Wiese fahren müssen“, sagt er.

Bis das soweit ist müssen Christina Kutzner und die anderen Bewohner von Nordost aber weiterhin weite Strecken in Kauf nehmen. Mit einem Baubeginn in der Aarstraße sei frühestens Mitte des kommenden Jahres zu rechnen, heißt es von Seiten des Stadtplanungsamtes.

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