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Eine Stimme für junge Menschen

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Potenzial erkannt: Die Polizei arbeitet mit den engagierten Jugendlichen zusammen.
Potenzial erkannt: Die Polizei arbeitet mit den engagierten Jugendlichen zusammen. © Chris Hartung

Die Mitglieder des Wiesbadener Jugendparlaments setzen sich engagiert für die Jugendlichen in ihrer Stadt ein. Eines ihrer wichtigsten Ziele für das zweite Amtsjahr ist es, die Fahrradwege sicherer zu machen.

Von Elisabeth Böker

Die Mitglieder des Wiesbadener Jugendparlaments setzen sich engagiert für die Jugendlichen in ihrer Stadt ein. Eines ihrer wichtigsten Ziele für das zweite Amtsjahr ist es, die Fahrradwege sicherer zu machen.

Wären die Politiker der Stadt Wiesbaden genauso aktiv und genauso begeistert bei der Sache, wie es der Nachwuchs vormacht, dann würde das Stadtleben viel bunter und gerechter aussehen. Den Eindruckt gewinnt man bei der Halbzeitpressekonferenz des Wiesbadener Jugendparlaments: Mit viel Enthusiasmus, Bereitschaft zur Problemlösung und vor allem mit der Sicht auf Jugendthemen, die dringend ein Handeln erfordern, präsentierte sich der Vorsitz der Jungpolitiker. Größtes Projekt für das zweite Amtsjahr ist die Verbesserung der Fahrradwege, damit alle Schüler auf dem Rad sicher zur Schule und zu Freizeitaktivitäten gelangen.

„Mir geht es darum, der Jugend eine Stimme zu geben“, sagt Nils Fromm, 19 Jahre, Vorsitzender des Jugendparlamentes. Daher kämpft er in allen Gremien der Stadt darum, dass der jugendliche Nachwuchs wahr und ernst genommen wird. Erst jüngst konnte er zwei neue Erfolge vermelden: Zukünftig werden die Vertreter des Jugendparlaments in allen Ausschüssen der Stadt, in denen sie sich beteiligen, mit am großen Tisch sitzen. Ein Namensschild, wie alle anderen Ausschussmitglieder es haben, bekommen sie ebenfalls. Eigentlich denkt man, dass wäre eine Selbstverständlichkeit, wenn man die Jugend an der Politik mitmischen lässt. Doch für die Politiker der Stadt war es das bisher nicht. Außerdem wird ein Jugendparlamtsmitglied fortan im Jugendhilfeausschuss vertreten sein, bisher fehlte auch hier die Jugend. Eigentlich unverständlich, denn wer kann die Belange besser einschätzen als die Jugend selbst?

Kooperation mit Polizei

Die Polizei Wiesbaden hat das Potenzial der engagierten Jugendlichen gesehen und im vergangenen Jahr mit ihnen zusammengearbeitet. So fuhren beispielsweise zwei Abgeordnete eine Nacht lang mit auf Streife und beobachteten, wie die Polizei mit der Jugend auf der Straße sprach. „Wir waren überrascht, wie gut sie den Ton fanden“, sagt Gregor Laschke, 19 Jahre und Pressesprecher des Parlaments.

Stolz sind die Jugendlichen darauf, dass auf ihren Einsatz hin die Carl-von-Ossietzky-Oberstufenschule erhalten blieb. „Eine Schulvielfalt gehört zur Stadt dazu“, so das schlagende Argument von Marie-Lou Mehrhof, 18 Jahre und stellvertretende Vorsitzende.

Partys, bei denen Demokratie vermittelt wurde oder eine Informationsveranstaltung für Schulabgänger, bei der Wiesbadener mit Migrationshintergrund, die Karriere machten, Rede und Antwort standen, organisierten die Jugendparlamentarierer ebenfalls. Für 2013 sind regelmäßige Stammtische geplant: „Wir möchten die Möglichkeit zum Gespräch bieten, in der Atmosphäre können Themen locker angesprochen werden“, erklärt Fromm die Initiative. Der erste Stammtisch wird am 5. Februar um 19 Uhr im Kontext stattfinden.

Preis für Demokratie

Ebenfalls Premiere wird in diesem Jahr eine Diskussionsreihe haben. Noch steht der erste Termin nicht endgültig fest, aber das Thema: Mit der Polizei soll über Sicherheitskonzepte der Stadt gesprochen werden.

Auch einen Preis für Jugendliche, die sich für Demokratie einsetzten, den Angelika-Thiels-Preis, verleiht das Nachwuchsparlament. Der Preis ist mit 1000 Euro dotiert. In diesem Jahr erhält ihn das Projekt „Flamme der Hoffnung“.

Nolls größtes Anliegen für das zweite Amtsjahr ist die Verbesserung der Fahrradwege. Bei seiner jüngsten Sitzung beschloss das Jugendparlament, dass die Fahrradwege rot eingefärbt und alle Schulen der Stadt an das Fahrradnetz angebunden werden sollen. Diesen Vorschlag werden sie nun der Stadtverordnetenversammlung vortragen.

Nicht berechtigt sind sie für einen direkten Antrag. Doch sie kämpfen dafür, dass sie über den Stadtverordnetenvorsitzenden ein indirektes Antragsrecht bekommen, um der Jugend eine noch wichtigere Stimme geben zu können.

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