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Eine starke Szene

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Von: Ute Fiedler

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Wiesbaden Bekannte und unbekannte Autoren kommen zum Literatur-Fest

Die Sonne brutzelt auf die hübsche Blondine herab, die auf der Wiese im Kurpark liegt und in einem Buch schmökert. Sie ist nicht die einzige, die gestern Buchseiten durch ihre Finger gleiten ließ. Glaubt man Brigitte Endres von der Buchhandlung erLesen, dann ist Wiesbaden nicht nur ein Paradies für Leser. Auch den Buchhändlern in der Landeshauptstadt geht es gut. „Wir hatten in den vergangenen Jahren kaum solch starke Umsatzrückgänge wie das in anderen Städten der Fall war. Aber wir haben auch eine gute Klientel. Die Wiesbadener geben gerne Geld für Bücher aus“, sagt sie. Trotz der Konkurrenz durch eBooks.

Doch es liegt nicht nur an den Kunden, dass in Wiesbaden Buchhandlungen relativ gut nebeneinander existieren können. Die Buchhändler tun auch etwas dafür: Sie schließen sich zusammen und bieten den Lesern außergewöhnliche Veranstaltungen. Wie zum Beispiel das Literatur-Fest „Buchseiten Buchzeiten“, das vom 13. bis zum 28. April viele Autoren in die Landeshauptstadt führen wird. Bekannte und weniger bekannte, Debütanten und alte Hasen, aber vor allem viele Schriftsteller, die einen Bezug zur Region haben, denn darauf wird laut Kulturdezernentin Rose-Lore Scholz (CDU) in diesem Jahr besonders viel Wert gelegt.

Den Auftakt macht Eva Demski, die seit langem in Frankfurt lebt. Sie liest aus „Rheingau“, einer Art Hommage an die einzigartige Landschaft, der sie durch Familientradition verbunden ist. Ihre Großmutter stammte von dort. Auch das Buch Wiesbadener Charakterköpfe wird vorgestellt. Sabine Hampel und Monika Werneke stellen außergewöhnliche Wiesbadener vor, Menschen mit spannenden Gesichtern und aufregenden Geschichten.

Und so geht es weiter und weiter, mal liest Andreas Martin Widmann aus Kastel aus „Die Glücksparade“, mal findet eine Vernissage mit dem Wiesbadener Künstler Eberhard Münch statt. Mal wird durchs Rheingau gewandert. Die Literatour beginnt in Kiedrich. Doch auch Auswärtige kommen zu Wort. Margot Käßmann liest aus „Sehnsucht nach Leben“ und Hellmuth Karasek aus „Soll das ein Witz sein?“ vor.

Es gibt eine literarische Bierprobe und ein Familienfest in der Fasanerie – so dass man das Programm durchaus als vielfältig beschreiben kann. Bunt ist es, so bunt wie die Wiesbadener Buchhändler-Szene, die an einem Strang zieht, um ein tolles Fest auf die Beine zu stellen.

Mit den verlangten Eintrittspreisen können die Buchhandlungen ihre Ausgaben zwar nicht finanzieren. Aber sie hoffen auf viele Besucher, die immer wieder kommen.

Und wenn die auch noch nie gezählt worden sind, so werden es doch an die Tausend sein. „An einem guten Tag mit Sonnenschein kommen allein zum Lesefest in die Fasanerie etwa 500 bis 600 Besucher“, schätzt Kathrin Bucher vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels.

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