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Eine Milliarde Euro für Erneuerung

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Der Haupteingang des neuen Georg-Forster-Baus ist schon einmal beeindruckend.
Der Haupteingang des neuen Georg-Forster-Baus ist schon einmal beeindruckend. © Bernd Evüling

Als einzige Universität dieser Größe hat die Mainzer Hochschule bald alle Institute auf einem Campus. Vor allem die Naturforscher profitieren.

Von Claudia Renner

Ein Architektentraum mit viel Licht und Luft, so sieht das neue Gebäude für die Sozialwissenschaften auf dem Campus der Johannes-Gutenberg-Universität aus. Ab Sommer 2013 sollen rund 7000 Studierende in neuen Seminarräumen lernen, in einer zweistöckigen Bibliothek Bücher ausleihen und zum Essen in die Mensa gehen. 53,4 Millionen Euro investiert das Land Rheinland-Pfalz in den nach dem Mainzer Naturforscher Georg Forster benannten Bau. Er ist eines von vielen Projekten, die aus der Nachkriegs-Wiedergründung der Mainzer Uni auf ehemaligem Kasernengelände einen modernen Campus mit Lern- und Lebensqualität formen. Rechnet man die Universitätsmedizin hinzu, wird zwischen 2005 und 2020 für eine Milliarde Euro neu gebaut oder saniert.

„Das ist ein dynamischer Prozess“, sagt Universitätspräsident Georg Krausch. „Zu einer konkurrenzfähigen Forschung gehören angemessene Räumlichkeiten, damit wir ,ganz oben‘ mitspielen können.“ Als einzige deutsche Hochschule dieser Größenordnung mit rund 37000 Studierenden vereinigt die Gutenberg-Universität fast alle Einrichtungen auf einem Campus, auf dem sich zudem der Neubau der Fachhochschule und vier Partnerinstitute der Spitzenforschung befinden: Die Max-Planck-Institute für Chemie und Polymerforschung, das Helmholtz-Institut und das Institut für Molekulare Biologie.

Wichtige Projekte im Überblick: Das neue Institut für Anthropologie (Wissenschaft vom Menschen und seiner Entwicklung) entsteht für 9,95 Millionen Euro neben dem Institut für Spezielle Botanik am Botanischen Garten. Noch 2012 sollen Labore und Mikroskopiersaal, Büros und ein PC-Pool in Betrieb gehen.

Voraussichtlich 2014 beginnt die Umwandlung des Studierendenwohnheims „Inter I“ in ein neues Medienhaus für fast 16 Millionen Euro. Die bisher auf sieben Standorte verteilten Einrichtungen der Medienforschung von Gutenberg-Universität und Fachhochschule werden zusammengelegt – für rund 3500 Studierende der Medienfächer von Publizistik über Unternehmenskommunikation bis hin zur Film- und Theaterwissenschaft und Medienkunst. Die rund 200 Wohnheimplätze werden auf neue Standorte wie Binger Schlag und Kisselberg verteilt.

Die in diesem Jahr für 32 Millionen Euro fertiggestellte neue Physikalische Chemie bildet den Abschluss des neuen Chemie-Komplexes im Westen des Campus.

Für das 2009 gegründete Helmholtz-Institut soll bis 2015 ein Neubau in unmittelbarer Nähe zu Kernphysik und Kernchemie entstehen, Kosten: circa 26,8 Millionen Euro. In Laboren und Büros spüren rund 170 Mitarbeiter unter anderem den Geheimnissen der Antimaterie nach.

An der Universitätsmedizin wurde 2007 der Neubau der Konservativen Medizin mit den Bereichen Innere Medizin, Radiologie und dem Zentrallabor unter einem Dach zusammengefasst. Land und Bund investierten 97 Millionen Euro in das bisher größte Bauvorhaben der Mainzer Unimedizin.

Seit 2010 gibt es ein spezielles Gebäude für medizinische Grundlagenforschung und Entwicklung. Der Think Tank der Universitätsmedizin hat rund 28 Millionen Euro gekostet. Wechselnde Forscherteams arbeiten hier auf rund 4300 Quadratmetern.

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