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Eine Lehrstunde in Sachen Politik

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Politiker stellten sich in der Oranienschule den Fragen der Schüler. Es soll ein Beitrag gegen die Politikverdrossenheit sein und den jungen Wählern bei der Meinungsbildung helfen.

Von Irmela Hess

Es waren zwei etwas andere Schulstunden, an der die rund 120 Oberstufenschülerinnen und -schüler der Oranienschule teilnahmen. Sechs Kommunalpolitiker verschiedener Parteien saßen auf dem Podium in und antworteten auf Fragen – zur Zufriedenheit einiger Schüler.

Ihr Urteil: „eigentlich ganz interessant“ und „ja doch, ist eine gute Sache“. Zwei Schülerinnen dagegen fanden die Aussagen „etwas schwammig“ und „irgendwie nicht so richtig konkret“. Es soll ein Beitrag gegen die Politikverdrossenheit sein und den jungen Wählern – etliche der Jahrgangsstufe Q3 dürfen bei der anstehenden Kommunalwahl ihre Stimme zum ersten Mal abgeben – bei der Meinungsbildung helfen. „Wir wollen dazu anregen, sich mit der Kommunalpolitik zu beschäftigen“, erklärt Michael Gluch, der an dem G9-Gymnasium Politik und Wirtschaft unterrichtet.

Wer erwartet hatte, dass es bei der mit „Podiumsdiskussion“ betitelten Veranstaltung zu hitzigen Diskussionen kommt, wurde enttäuscht. Nach einer ersten Vorstellungsrunde der Politiker kamen aus der Schülerschaft einige sachliche Fragen, die dann meistens der Reihe nach beantwortet wurden, von Christoph Manjura (SPD), Ingo von Seemen (Linke), Konny Küpper (Grüne), Jörg Sobek (Piraten), Bernhard Lorenz (CDU) und Christian Diers (FDP).

So hatten die moderierenden Ronja Gombel und Till von Monkiewietsch (Jahrgangsstufe Q3) auch wenig zu tun.

Die Fragen betrafen zunächst den schulischen Alltag. Es ging um die notwendige Sanierung ihrer, aber auch anderer Schulen in Wiesbaden. Dass der Feueralarm in der Oranienschule teilweise nicht funktioniert, und dass es eine Kommunikationsanlage gibt, die unter anderem bei einem Amoklauf die Schüler warnen soll, die aber aus rechtlichen Gründen nicht verwendet werden darf, sorgte bei einer Schülerin für etwas Unmut. „Da wird sinnlos Geld investiert, aber wenn Sie hier fünf Meter laufen, sehen Sie das erste Loch in der Decke.“

Weitere Fragen waren: „Wie soll Wiesbaden grüner und umweltfreundlicher werden?“ „Warum wurde das Folklore-Festival nicht so unterstützt, dass es fortgeführt werden könnte?“ „Glauben Sie, dass wir mit dem Geld für die Flüchtlingsbetreuung klar kommen, oder müssen andere Posten dafür gekürzt oder gestrichen werden?“ „Und was halten Sie von einer Obergrenze für Flüchtlinge in Wiesbaden?“

Nein, sie wüssten immer noch nicht, wen sie wählen sollen, sagten zwei Jungwähler nach der Veranstaltung. Eines aber könnten die Schülerinnen und Schüler gelernt haben: dass es leicht ist, gut klingende Ziele zu formulieren wie „Wiesbaden schöner machen“, „günstigen Wohnraum schaffen“ oder „alle Schulen so schnell es geht sanieren“, dass es aber oft schwierig ist, diese Pläne Wirklichkeit werden zu lassen.

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