Ebling pocht auf Ruhe in der Nacht

Flugverbot soll nicht aufgeweicht werden

Von Irmela Heß

Für eine strenge Einhaltung des Nachtflugverbots am Frankfurter Flughafen sprechen sich der Mainzer Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD) und Umweltdezernentin Katrin Eder (Grüne) aus. Es könne nicht sein, dass auf dem Frankfurter Flughafen Ausnahmegenehmigungen nahezu zur Regel mutieren, kritisieren Ebling und Eder. Und sie pochen auf die Einhaltung der gesetzlich festgelegten Nachtruhe von 23 bis 5 Uhr. „Wir sind nicht auf dem Basar“, entgegnen sie den öffentlich geäußerten Wünschen des Flughafenbetreibers Fraport, des Unternehmens Lufthansa und der Deutschen Flugsicherung nach einer flexibleren Handhabung. „Die Anrainerkommunen haben jahrelang für diese zumindest sechs flugfreien Nachtstunden gekämpft. In den verbleibenden 18 Stunden des Tages wickelt der Flughafen extrem viele Flugbewegungen ab – das muss reichen!“

Die Forderungen nach einer Aufweichung des Nachtflugverbots ruft unterdessen auch heftige Kritik der Bürgerinitiativen hervor. Berthold Fuld, Sprecher des Bündnisses, in dem sich 63 Initiativen und Umweltverbände aus der Region zusammengeschlossen haben, sieht die Schuld für Flüge nach 23 Uhr zum Beispiel im Flugplan der Lufthansa begründet. „Es zeigt sich zunehmend, dass der Flugplan der Lufthansa mit Konzentration der Landungen zwischen 20 und 21 Uhr und der Abflüge ab 21.30 Uhr nicht verlässlich durchgeführt werden kann. Die Verlegung einiger Abflüge auf 22.15 Uhr (Start ab etwa 22.35 Uhr) ist unzureichend; durch die Ballung vieler Abflüge ist absehbar, dass es auch in der kommenden Flugplanperiode zahlreiche Verspätungen bis nach 23 Uhr geben wird.“

Fuld nennt als Beispiel den 20. Juli, an dem elf Starts nach 23 Uhr genehmigt wurden, wegen „Kapazitätsengpässen auf Grund von Gewitteraktivitäten im Anflugsektor“. Aber, so Fuld, bei sechs der elf Starts handelte es sich um besonders laute Langstreckenflugzeuge, die von dem Gewitter nicht betroffen waren.

Das Bündnis der Bürgerinitiativen fordert nach wie vor einen Verzicht auf planmäßige Starts nach 22 Uhr und setzt seine Protestaktionen gegen den Fluglärm und den Flughafenausbau fort. Trotz Sommerferien trafen sich am Montag rund 200 Menschen im Terminal 1 des Flughafens und äußerten mit Trillerpfeifen und Plakaten ihren Unmut – sozusagen als „Mahnwache“: Am 13. August soll es wieder mit den Montagsdemonstrationen weitergehen, zu denen seit Inbetriebnahme der Landebahn Nordwest im Oktober regelmäßig 2000 bis 3000 Menschen kommen.

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