Den Nahverkehr stärken mit Mietautos.
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Den Nahverkehr stärken mit Mietautos.

Kooperation

Mal eben schnell ein Auto

Stadtnahe Wohnungsgesellschaft kooperiert mit Carsharing-Anbieter / Sondertarife für Mieter

Von Thomas K. Slotwinski

Wohnbau-Mieter kommen jetzt leichter und günstiger an einen Leihwagen. Mit Sonderrabatten, vergünstigtem Versicherungsschutz und nahe gelegenen Stellplätzen wird ihnen das Ausleihen schmackhaft gemacht. Gerade für Bewohner der Innenstadt kann das sehr reizvoll sein. Denn die Autos können auch für einen sehr kurz Zeitraum, etwa eine Stunde, gemietet werden.

Möglich macht dieses neue Angebot eine Kooperation zwischen dem stadtnahen Siedlungsunternehmen und dem Wiesbadener Autoverleiher Book'n'drive, zu Deutsch: buchen und fahren. „Wir möchten unseren Mietern, die kein Auto haben oder keines wollen, einen neuen Service bieten und gleichzeitig etwas für die Umwelt tun“, erläutern die Wohnbau-Geschäftsführer Franz Ringhoffer und Thomas Will. Dafür vermietet die Wohnbau bis zu 40 Stellplätze in der Innenstadt an Book'n'drive.

Dort werden die Leihwagen künftig geparkt. Interessenten müssen sich einmal im Internet registrieren lassen. Dann können sie mit einer Laserkarte das Auto öffnen und losfahren. Der Schlüssel liegt im Wagen.

Die Leihgebühr beträgt 1,50 Euro pro Stunde. Pro gefahrenen Kilometer werden 15 Cent berechnet. Ein Basisversicherungsschutz ist darin enthalten. Um auch Wenigfahrer anzusprechen, bietet der Autoverleiher jetzt ein Sicherheitspaket an, das die Selbstbeteiligung im Schadensfall auf 300 Euro beschränkt und das pro Fahrt abgerechnet wird. Einen kompletten Vollkaskoschutz gibt es nicht.

Für den Geschäftsführer von Book'n'drive, Udo Mielke, ist die Kooperation mit der Wohnbau von marktstrategischer Bedeutung: „Wir wollen unser Netz in Mainz von jetzt 40 auf dann 80 Stationen verdoppeln.“ Für Mielke ist das die passende Ergänzung der schon seit zehn Jahren bestehenden Zusammenarbeit mit der MVG.

Stärkung des Nahverkehrs

So sieht der Chef der Verleihfirma sein Angebot als einen Beitrag zur Stärkung des Nahverkehrs: „Wer mit Bus und Bahn unterwegs ist, aber ein Auto zum Beispiel für einen Großeinkauf benötigt, für den sind wir richtig.“ Das im ganzen Rhein-Main-Gebiet agierende Unternehmen kooperiert auch in anderen Städten mit Verkehrsgesellschaften und Wohnungsunternehmen. Offenbar mit Erfolg: Mielke spricht von „besten Auslastungen“ in Frankfurt oder Darmstadt. Der Wohnbau entstehen durch die Kooperation keine Kosten. „Wir investieren nichts“, versichern Will und Ringhoffer.

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