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Dyckerhoff streicht 48 Jobs

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Von: Arne Löffel

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Dyckerhoff gehört Buzzi – zum Leidwesen von 48 Mitarbeitern der Hauptverwaltung, die ihre Jobs verlieren.
Dyckerhoff gehört Buzzi – zum Leidwesen von 48 Mitarbeitern der Hauptverwaltung, die ihre Jobs verlieren. © Ilona Surrey

Beim Zementhersteller Dyckerhoff ist nach der Übernahme durch die italienische Buzzi die Umstrukturierung zur GmbH fast abgeschlossen. 48 Stellen werden gestrichen, die verbleibenden 328 Mitarbeiter in Wiesbaden bekommen eine Job-Garantie bis Juni 2015.

Beim Zementhersteller Dyckerhoff ist nach der Übernahme durch die italienische Buzzi die Umstrukturierung zur GmbH fast abgeschlossen. 48 Stellen werden gestrichen, die verbleibenden 328 Mitarbeiter in Wiesbaden bekommen eine Job-Garantie bis Juni 2015.

Heinz Engelhart hat seine Lehre 1969 bei Dyckerhoff in Wiesbaden begonnen, heute ist er als Gesamtbetriebsratsvorsitzender Zement Mitglied des Aufsichtsrats. Er muss gute Miene zum bösen Spiel machen: Seit der Übernahme der Dyckerhoff AG durch die italienische Buzzi Unicem SpA und die geplante Rück-Überführung in eine GmbH sind die Handlungsoptionen in Wiesbaden eingeschränkt. Das räumt auch Dirk Beese, Generalbevollmächtigter bei Dyckerhoff, ein: „Die strategischen Entscheidungen werden in Italien getroffen.“

Eine dieser strategischen Entscheidungen ist die Streichung von 48 Arbeitsplätzen in der Wiesbadener Hauptverwaltung. Die entsprechenden Funktionen wie Controlling, Reporting und Marktanalysen würden vom Mutterkonzern übernommen, die Mitarbeiter möglichst sozialverträglich gekündigt.

Bereits Ende 2013 wurden die ersten 14 dieser 48 Arbeitsplätze aufgelöst, jetzt folgen laut Beese die nächsten 34. Sozialverträglich, mit Abfindung und unter Berücksichtigung der natürlichen Fluktuation, wie Beese betont. Fünf Millionen Euro nimmt der Konzern für diesen Job-Umbau in die Hand, was sich laut Beese aber schon nach einem Jahr amortisiert.

Die verbleibenden 328 Mitarbeiter am Standort Wiesbaden bekommen eine Job-Garantie bis Juni 2015. Aber auch dann ist laut Beese kein weiterer Stellenabbau geplant. „Wir befinden uns in einer harten Konkurrenz-Situation, sind aber für die Zukunft gut aufgestellt“, sagt der Generalbevollmächtigte, der nach der bald vollzogenen Umstrukturierung mit dem italienischen Konzernchef Michele Buzzi weiterhin als Dyckerhoff-Geschäftsführer die Geschicke des Beton- und Zementherstellers leiten soll. Möglich wurde das alles durch einen so genannten „Squeeze Out“, mit dem Buzzi Unicem, als sie 95 Prozent der Anteile erworben hatte, mit der juristischen Brechstange auch die restlichen Aktionäre aus dem Aufsichtsrat verdrängte.

Laut Beese sind die im jüngsten Jahresbericht kommunizierten Pläne, die Weißzement-Produktion in Wiesbaden auszubauen, auf Eis gelegt. „Angesichts wachsender internationaler Konkurrenz in diesem Marktsegment haben wir uns dafür entschieden, unsere modernisierten Anlagen optimaler auszunutzen, ehe wir erweitern“, sagt Beese. Einer der Gründe, warum der Wind schärfer weht, sei die EEG-Umlage, von der Dyckerhoff nicht befreit sei. „Eine solche Umlage betrifft unsere skandinavischen Konkurrenten nicht“, so Beese.

Dringenden Handlungsbedarf sieht die Konzernspitze auch beim mittlerweile 50 Jahre alten Sitz der Hauptverwaltung. „Die Instandhaltungskosten sind extrem hoch“, so Engelhardt. Was aus dem Gebäude werden soll, ist unklar.

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