Wiesbaden

Digitaler Verkehrsfluss in Wiesbaden

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Mit Hilfe unzähliger Daten und künstlicher Intelligenz soll künftig der Verkehr intelligent gesteuert werden. Zurzeit werden die Ampeln im Stadtgebiet umgerüstet.

Wiesbaden gehört seit Jahren zu den etwa 70 Städten in Deutschland, die regelmäßig Stickstoffdioxid-Grenzwerte überschreiten. Ein Dieselfahrverbot droht. Die Stadtverordneten haben es mit einem umfangreichen Vorhabenpaket abwenden können. Zu ihm gehört ein bundesweit einmaliges Referenzprojekt. Die Stadt digitalisiert in Zusammenarbeit mit Siemens Mobility die Verkehrssteuerung. Dazu werden zurzeit im gesamten Stadtgebiet die Ampelanlagen aufgerüstet.

Ziel sei eine optimierte Verkehrssteuerung für alle Verkehrsteilnehmer, informiert die Stadt. Dazu werden Verkehrs- und Umweltdaten erhoben und analysiert, um zukünftig besser auf die komplexe Verkehrssituation und die Einhaltung der Luftschadstoffbelastungen reagieren zu können. Die neuen Ampeln sollen bis Ende 2020 im Verbund mit einem Zentralrechner in der Lage sein, eine präzise Erfassung der Verkehrssituation und der Schadstoffemission in Echtzeit zu liefern. Mit Hilfe von künstlicher Intelligenz soll der Verkehr optimal gesteuert werden.

Insgesamt werden in Wiesbaden 226 Ampeln umgebaut, 50 davon erhalten nach Angaben der Stadt Umwelt- beziehungsweise Wettersensoren. Dazu kommen rund 250 unterschiedliche Kameratypen. Sie dienen der Verkehrszählung und -erkennung. An den großen Verkehrsknotenpunkten werden in rund acht Metern Höhe Videokameras aufgehängt, um in Echtzeit einen Gesamtüberblick über die Verkehrssituation zu erhalten. Die Kameras können keine Nummernschilder und Gesichter lesen, sondern nur zwischen Bus, Lastwagen, Auto, Fahrrad oder Fußgänger unterscheiden.

Mit dem System Digi-V könnten alle Verkehrsarten gleichberechtigt an den Ampeln berücksichtigt werden, sagt Wiesbadens Verkehrsdezernent Andreas Kowol (Grüne). Bislang sei es üblich gewesen, dem motorisierten Verkehr Vorrang zu geben. Künftig sollen Radfahrer eigene Ampelsignale erhalten und den Autos ebenbürtig behandelt werden. Auch die Wartezeiten für Fußgänger sollen mit verringert werden. Außerdem könne der Busverkehr bevorrechtigt werden. (diu)

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