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Mit der Feder schreibt es sich besonders schön.
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Mit der Feder schreibt es sich besonders schön.

Wiesbaden

Die Freude, einen Brief zu schreiben

  • Madeleine Reckmann
    VonMadeleine Reckmann
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Die Wiesbadener Stiftung Handschrift verkündet die Gewinner des Wettbewerbs. Pilotversuch in einer Grundschule soll Kinder besser unterstützen.

Liebe Angst, jedes Wort braucht einen Gegensatz. Deiner ist Mut“, schreibt Katharina in schöner Schreibschrift in ihrem Brief für den hessischen Schülerschreibwettbewerb. Die Bögen des großen und kleinen „G“ schwingt sie weit in die Tiefe, auch das kleine „z“ führt sie nach unten aus. Jedes Jahr lädt die Stiftung Handschrift mit Sitz in Wiesbaden die Klassen sechs und sieben der hessischen Schulen ein, einen handgeschriebenen Brief zu schreiben.

Hundert Beiträge kürte die Jury als die Besten aus den dieses Mal 7500 Beiträgen von 150 Schulen. Das Thema war Mut. Aya schreibt an ihre Großeltern, von denen sie glaubt, sie hätten mehr Mut als sie. Mina schreibt an Greta Thunberg, deren Mut sie bewundert.

Die stiftung

Die Stiftung Handschrift wurde 2009 von Personen aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft gegründet. Ihr Ziel ist es, die Freude am Schreiben zu fördern und dabei zu helfen, dass Jugendliche eine flüssige und gut lesbare Handschrift entwickeln. Die Initiatoren der Stiftung sind überzeugt, dass den Jugendlichen eine gute Handschrift bessere Chancen im Beruf ermöglicht.

Angeboten werden Schreibkurse, Workshops und Wettbewerbe.

Zu den Gewinnern des diesjährigen Wettbewerbs gehören 56 Schulen in Hessen, darunter acht in Frankfurt, fünf in Wiesbaden, drei in Rüsselsheim, je zwei in Oberursel und Fulda und je eine in Darmstadt und Offenbach. mre

Katharinas Brief dürfte als vorbildlich gelten. Die Stiftung beurteilt die Sieger zwar nicht nach Schönschrift, sondern betrachtet Inhalt und Schriftbild in einem und möchte vor allem dazu motivieren, mit der Hand zu schreiben. Katharina schreibt jedes Wort in gebundener Handschrift bis zum Ende, ohne den Stift abzusetzen. Andere Beiträge sind in Druckschrift verfasst oder verbinden nur einige Buchstaben miteinander.

„Die Stiftung möchte die Handschrift fördern“, erklärt Stiftungsratsvorsitzender Christian Boehringer, dabei stehe die gebundene Handschrift im Vordergrund. Nicht nur, weil Koordination und Motorik das Lernen beförderten, sondern auch, weil ihre jeweilige Ausprägung zur Person des Schreibenden gehöre und Freude bereite. Für den Ulmer Spezialisten für Neurowissenschaften und Lernen, Manfred Spitzer, ist der Versuch, das Erlernen der Handschrift in den Grundschulen zu streichen, „wie Kindern eine Behinderung zuzufügen“. Diese komplexe Fähigkeit, die Motorik zeitlich zu koordinieren, könne am besten mit sechs Jahren erlernt werden. Keinesfalls werde die Handschrift im digitalen Zeitalter überflüssig. Mit der Hand zu schreiben sei für das Lesevermögen besonders wichtig.

Die gebundene Handschrift soll nach Auskunft des hessischen Kultusministers Alexander Lorz (CDU) künftig in den Schulen besser gefördert werden, dies habe die Kultusministerkonferenz vereinbart. Bis zur vierten Klasse sollten alle Kinder die Schrift gelernt haben. Die Hälfte der Jungen und ein Drittel der Mädchen haben aber Probleme damit. Meist bereiten bestimmte Buchstabenkombinationen Schwierigkeiten. Die Stiftung startet demnächst einen Pilotversuch an der Wiesbadener Blücherschule, in dem diese Kombinationen besonders geübt werden sollen.

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