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Das Impfzentrum im Wiesbadener Congress-Center ist nahezu fertig eingerichtet. Es fehlen noch Rechner und einige Liegen.

Wiesbaden

Corona-Impfzentren in Hessen betriebsbereit

In 10 bis 14 Tagen soll klar sein, wann der erste Impfstoff geliefert wird. Die Kommunen suchen derzeit Personal für die Impfzentren.

Wir können loslegen“, sagte Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) am Montag bei einem Besuch des Impfzentrums in Wiesbaden. Sobald der erste Impfstoff gegen das Corona-Virus zugelassen werde, könnten die Impfungen beginnen. Innenminister Peter Beuth (CDU) geht davon aus, dass alle 28 hessischen Impfzentren bis Ende dieser Woche Betriebsbereitschaft melden werden. Zudem seien die Zwischenlager aufgebaut, so dass die Impfstoffe bis zur Auslieferung sicher verwahrt werden könnten. In den kommenden 10 bis 14 Tagen werde Hessen mehr Klarheit darüber haben, wann die ersten Impfdosen geliefert werden.

Für die Lager und Zentren sind gemeinsam mit der Polizei Sicherheitskonzepte erarbeitet worden. Man könne nicht genau einschätzen, welche Bedrohung von Impfgegnern ausgehe, sagt Beuth. Was man aber wisse: Bei dem Impfstoff handele es sich um ein wertvolles Gut. Vor Ort würden deshalb Sicherheitsdienste eingesetzt.

Bei der Frage, wer zuerst geimpft wird, will sich Hessen an die Empfehlungen der Ständigen Impfkommission des Robert-Koch-Instituts halten. Die Priorisierungen werden derzeit erarbeitet. Die Landesregierung plant nach eigenen Angaben, für den Betrieb der Impfzentren zunächst 150 Millionen Euro zur Verfügung zu stellen. Wann so etwas wie Normalität zurückkehre, hänge auch von der Impfbereitschaft der Menschen ab, sagte Bouffier. Er betonte aber, dass die Impfung freiwillig sei.

In den hessischen Impfzentren sollen pro Tag insgesamt rund 30 000 Menschen geimpft werden. Jedes Zentrum ist so aufgebaut, dass dort täglich circa 1000 Freiwillige eine Impfung bekommen können. Zu den Impfungen wird eingeladen. Darum kümmert sich das Land genauso wie um die IT-Infrastruktur der Zentren.

Das Wiesbadener Impfzentrum, das im Rhein-Main-Congress-Center (RMCC) eingerichtet worden ist, gehört zu den größeren in Hessen. Dort können bis zu 1500 Impfungen am Tag verabreicht werden. Das Congress-Center steht wegen der Corona-Pandemie seit Monaten leer. Ein Glücksfall für die Stadt sei das in dieser Situation, sagt Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende (SPD). Binnen kürzester Zeit habe das Impfzentrum errichtet werden können. Am 23. November sei der Einsatzbefehl zum Aufbau erteilt worden, zwei Tage später hätten die Arbeiten begonnen, nach zwei Wochen sei es nahezu fertig.

Noch fehlen unter anderem Rechner, und im Notfallzentrum stehen noch keine Liegen. „Im Moment ist die Nachfrage einfach zu groß“, sagt ein Mitarbeiter der Stadt. Wenn das Zentrum in Betrieb geht, soll die Ausstattung komplett sein.

Im RMCC stehen acht Impfstraßen zur Verfügung. Eine soll denen vorbehalten bleiben, die bereits wissen, dass sie nach Impfungen Reaktionen zeigen. Eine weitere Impfstraße ist so angelegt, dass sie auch von Rollstuhlfahrer:innen passiert werden kann. Wie in den anderen Impfzentren ist im Eingangsbereich ein Temperaturscanner installiert. Bei wem eine höhere Temperatur als 38 Grad Celsius gemessen wird, der muss das Zentrum zwei Meter weiter durch eine Seitentür verlassen. Alle anderen gelangen zum Empfangsdesk und anschließend in eine große Halle mit Boxen und Kabinen, in denen über die Impfung aufgeklärt und die Spritze gesetzt wird. Wer geimpft ist, kann in einem Beo-bachtungsbereich Platz nehmen.

Geplant ist, dass in Wiesbaden innerhalb von neun Monaten 60 Prozent der Bevölkerung geimpft werden können. Um eine Immunisierung zu erreichen, sind bei einigen Impfstoffen zwei Gaben notwendig. Das entspricht allein in Wiesbaden rund 349 000 Dosen, die verabreicht werden müssen. Wer sich hat impfen lassen, soll gleich den Termin für die zweite Impfung bekommen. Wie lange die Immunisierung dann anhält, ist derzeit noch unklar.

Während die Impfzentren aufgebaut sind, fehlt es mancherorts noch an Personal. In Wiesbaden soll von 7 bis 22 Uhr in zwei Schichten gearbeitet werden. Pro Tag müssen zwischen 120 und 130 Personen im Einsatz sein: darunter Ärztinnen und Ärzte, medizinisches Fachpersonal, Apotheker oder Verwaltungsmitarbeiter:innen. Letztere sollen aus der städtischen Verwaltung rekrutiert werden. Bislang sind nach Angaben der Stadt 226 Bewerbungen eingegangen, darunter 113 von Medizinern.

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