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Der Betrieb im Großen Haus soll kommende Woche wieder aufgenommen werden. Andere Spielstätten sind nicht betroffen.

Wiesbaden

Theatermitarbeiter in Quarantäne

  • vonDiana Unkart
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Weil vier Mitarbeiter positiv auf das Corona-Virus getestet wurden, ist ein Großteil des technischen Personals in Quarantäne. Die beiden Wochenendvorstellungen im Großen Haus sind abgesagt.

Nachdem das Hessische Staatstheater in Wiesbaden den Spielbetrieb Ende September kurzfristig einstellen und eine Premiere absagen musste, weil es Streit zwischen Theaterleitung, Gesundheitsamt und Land um das Corona-Hygienekonzept gab, müssen für das kommende Wochenende erneut zwei Vorstellungen im Großen Haus abgesetzt werden. Wegen mehrerer Corona-Fälle haben die Gesundheitsämter Mainz und Wiesbaden – aus den beiden Städten kommen die Erkrankten – häusliche Quarantäne für einen Großteil des technischen Personals angeordnet.

Nach Angaben des Theaters waren zunächst zwei Mitarbeiter aus den technischen Abteilungen an Covid-19 erkrankt. Sie hatten sich vermutlich unabhängig voneinander im privaten Umfeld infiziert. Nach Bekanntwerden der positiven Befunde seien vorsorglich sämtliche Kontaktpersonen aus den Bereichen Technik, Beleuchtung, Ton, Requisite und Dekoration getestet und zwei weitere Fälle festgestellt worden. Alle weiteren Test sind nach Angaben des Staatstheaters negativ ausgefallen. Wo sie sich angesteckt haben, ist unklar. Daraufhin haben die Gesundheitsämter aus Sicherheitsgründen eine große Zahl Mitarbeiter unter häusliche Quarantäne gestellt – so viele, dass wegen des Personalmangels das Große Haus im Moment nicht bespielt werden kann.

„Wir folgen selbstverständlich allen Anweisungen der Gesundheitsämter und können der Anweisung des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst, unbedingt zu spielen, auch an diesem Wochenende nicht vollständig nachkommen. Die Gesundheit geht vor“, sagt Intendant Uwe Eric Laufenberg laut Mitteilung. Gestrichen werden die Oper „Lady Macbeth von Mzensk“ und die Wiederaufnahme des Musicals „Jesus Christ Superstar“, die für 10. und 11. Oktober auf dem Spielplan standen. Die andere Spielstätten – Kleines Haus, Studio, Foyer und die Wartburg – sind von den Einschränkungen nicht betroffen. Das 1041 Plätze umfassende Große Haus dürfen nach jüngsten Vorgaben 298 Gäste besuchen.

Um die rund 700 Mitarbeiter zu schützen, gelten am Staatstheater die üblichen Abstands- und Hygienevorgaben. „Wo es geht, versuchen wir, Dienstpläne so zu gestalten, um die Zahl der Begegnungen so gering wie möglich zu halten“, sagt Sprecherin Caroline Lazarou. Alle jene, die an einer Produktion mitwirkten, künstlerisches und technisches Personal, würden getestet.

Das Hessische Staatstheater, das im Mai als erstes Theater in Deutschland nach dem Lockdown den Spielbetrieb wieder aufgenommen hatte, arbeitet dabei mit dem Unternehmen Centogene zusammen, das unter anderem Testcenter am Frankfurter Flughafen betreibt.

Es habe schon Stücke wie den „Barbier von Sevilla“ gegeben, in die der Regisseur den Corona-Sicherheitsabstand in die Inszenierung habe einfließen lassen. Bei „Lady Macbeth von Mzensk“ spiele das Orchester nicht im Orchestergraben, sondern hinter der Bühne, damit Abstände eingehalten werden könnten, sagt Lazarou.

Der Spielbetrieb im Großen Haus wird in der kommenden Woche wieder aufgenommen. Die nächste Vorstellung ist für den 15. Oktober geplant. Wegen der Corona-Pandemie und der damit verbundenen Einschränkungen musste der Spielplan verändert werden. Unter anderem sind das Weihnachtsmärchen und die Operette „Gräfin Mariza“ gestrichen worden. Dafür wird zurzeit an zwei kleineren, mobilen Produktionen, „Peter Pan“ und „Märchen, Märchen“, gearbeitet.

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