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Die Sportler tragen ihre Rennen rund um das Kurhaus aus. Geschossen wird auf dem Bowling Green.

Wiesbaden

City-Biathlon: Den Sportlern ganz nah

  • vonMirjam Ulrich
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900 Zuschauerinnen und Zuschauer aus ganz Deutschland sind beim ausverkauften City-Biathlon rund um das Kurhaus dabei. Coronabedingt musste die Zuschauerzahl gedeckelt werden.

Am Kurpark warten die ersten Zuschauer bereits anderthalb Stunden vor dem Anschießen auf den Einlass. Sie halten Abstand und tragen Masken, ganz wie es beim dritten City-Biathlon Wiesbaden vorgeschrieben ist. Es nieselt, doch das stört Annette Fabry und Vito Farano aus Stutensee nicht. „Bei schönem Wetter kann jeder Biathlon gucken“, sagt sie.

Im Januar waren die beiden beim Weltcup in Ruhpolding, und auch sonst verfolgen sie die Wettkämpfe im Fernsehen. „Biathlon nicht im Schnee, ist mal etwas anderes“, begründet Vito Farano, warum sie erstmals den City-Biathlon in Wiesbaden besuchen. Mit nur insgesamt 900 Zuschauern aufgrund der Corona-Auflagen sei es ein „familiäres Event“, fügt Annette Fabry hinzu.

Dass diesmal weniger Fans dabei seien, tue der Stimmung keinen Abbruch, meint Juliane Fox, die seit drei Jahren in Wiesbaden wohnt. Beim City-Biathlon hat sie sonst immer an der Strecke gestanden und zugeschaut, diesmal hat sie sich ein Ticket gekauft. „Ich habe keine Favoriten, ich schaue allen gerne zu und drücke allen die Daumen.“

Katharina Friz aus Schwäbisch-Gmünd hingegen freut sich besonders auf den französischen Biatlethen Quentin Fillon Maillet und den Deutschen Benedikt Doll. Von beiden Sportlern besitzt die 15-Jährige sogar Autogramme. Um sie live in Wiesbaden zu sehen, ist sie am Sonntagmorgen um fünf Uhr aufgestanden. Ihr Vater ist ebenfalls von der Sportart begeistert. „Biathlon lebt von der Spannung“, sagt Friedemann Friz. „Das letzte Schießen kann noch alles ändern, es entscheidet über Sieg oder Niederlage.“ Eine Karte hat er diesmal jedoch nicht, sondern wird stattdessen die Stadt erkunden.

Eine Besichtigungstour durch Wiesbaden machten Ulrike Lux und Tommy Kölbel schon am Vortag, sie reisten freitags eigens von Spiekeroog an. „Überraschend schön“, finden die beiden 30-Jährigen die Stadt, die sie zum ersten Mal besuchen. Das Paar war schon öfter bei Biathlon-Weltcups, aber bei diesem Wettkampf „kommt man den Sportlern sehr nahe und sieht sie“, sagt Ulrike Lux. Bei den anderen Veranstaltungen „steht man selbst mit guten Karten sehr weit weg vom Schießstand“, ergänzt Tommy Kölbel. Er schenkte ihr die Tickets zum Geburtstag, ursprünglich sollten die zwei auf der Tribüne am Schießstand sitzen. Doch alle Karten mussten coronabedingt zurückgegeben und neu gebucht werden. Die 250 Plätze an den Kurhauskolonnaden in der Nähe des Schießstandes blieben den Sponsoren vorbehalten.

Nur 650 Karten gingen in den freien Verkauf, erst am Samstagvormittag war die Veranstaltung ausverkauft. „Viele Leute gehen aus Angst nicht hin“, vermutet Moritz Hilbert „dabei ist es im Freien und mit Abstand.“ Der 23-jährige Wiesbadener trifft sich wie jedes Jahr mit Eltern und Freunden. Er findet es gut, dass der City-Biathlon stattfindet und die Stadt die Hälfte des Budgets von 400 000 Euro finanziert. Die Veranstaltung hält er für wichtig für die Stadt und ihr Image. „Es ist das einzige repräsentative Sport-Event in Wiesbaden, nachdem es den Ironman 70.3 nicht mehr gibt“. Zudem werde es im Fernsehen übertragen.

Eine Leinwand im Kurpark, um das Geschehen am Schießstand verfolgen zu können, hätte sich Anja Ulbrich gewünscht. Sie und ihr Mann Thomas sind aus Zella-Mehlis gekommen. Die beiden Thüringer besuchen zum zweiten Mal den City-Biathlon. „Wir sind große Fans, schon seit DDR-Zeiten“, sagt Thomas Ulbrich. Er zeigt ein Foto des zehnfachen Weltmeisters Johannes Thingnes Bø, das auf der Rückseite seines Smartphones prangt. „Es ist schön, wieder etwas Biathlon-Luft zu schnuppern.“

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