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Christiane Hinninger will Wiesbadener Stadträtin werden

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Von: Madeleine Reckmann

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Christiane Hinninger möchte hauptamtlich Politik machen.
Christiane Hinninger möchte hauptamtlich Politik machen. © Monika Müller

Grünen-Politikerin stellt sich im September zur Wahl. Vier weitere Dezernentenstellen sind 2023 zu besetzen.

Zur Oberbürgermeisterin hat es im Mai 2019 nicht gereicht. Jetzt stehen die Chancen gut, dass die Grünen-Politikerin Christiane Hinninger hauptamtliche Stadträtin wird. Nachdem die Grünen mit 95,5 Prozent der Delegiertenstimmen den Kooperationsvertrag mit SPD, Linke und Volt abgesegnet hatten, wollte die aktuelle Vorsitzende der Grünen-Fraktion im Rathaus ihren Wunsch nach politischer Führung in der Landeshauptstadt nicht mehr für sich behalten. Als stärkste Kraft in der neuen Kooperation beanspruchen die Grünen eine zweite Stadtratsstelle. Und Hinninger möchte dort Chefin sein.

Zunächst wird sie sich bei zwei Stellen dafür bewerben müssen. Die Wiesbadener Stadtverordnetenversammlung hat jetzt einen Wahlvorbereitungsausschuss gewählt, der am Donnerstag zum ersten Mal zusammentritt, um die Ausschreibung zu beginnen. Ab dem Sommer wird die 61-Jährige dort ihre Unterlagen einreichen können. Zuvor muss sich die Biologin, die aktuell bei einem Medienhaus in Rheinland-Pfalz arbeitet, bei ihrer Partei das Placet dafür holen. Die Grünen haben eine Findungskommission bestimmt, die die Bewerber:innen genau inspiziert, bevor sie der Grünen-Basis eine Empfehlung für die Wahl gibt. Anfang September soll sich die Basis entscheiden.

Der Termin für die Wahl in der Stadtverordnetenversammlung ist der 29. September. Das von Hinninger angestrebte Dezernat soll verantwortlich sein für Umwelt, Wirtschaft, Frauen, Organisation und Digitalisierung. Um die Jahrtausendwende war Hinninger in Wiesbaden Dezernentin für Umwelt und Verkehr. Seit vielen Jahren ist sie Sprecherin für Finanzen und Beteiligungen. Seit 1993 macht sie Politik in Wiesbaden. Diese Stadtratsstelle kann sofort besetzt werden, weil sie nach dem plötzlichen Tod von Stadtrat Kessler 2021 vakant ist - allerdings mit anderen Aufgabengebieten.

Im Jahr 2023 laufen die Verträge vier weiterer Dezernenten aus. Dass Bürgermeister Oliver Franz (CDU) nicht zur Wiederwahl steht, gilt aufgrund seiner Parteizugehörigkeit als ausgemacht. Ob Sozialdezernent Christoph Manjura (SPD) Chancen hat seine Arbeit fortzusetzen, ist wegen der Verstrickung in die Affären der Arbeiterwohlfahrt ungewiss. Als Ersatz für Franz und Manjura müssten mittels Ausschreibungen neue Kandidat:innen gefunden werden. Beide Stellen werden zum 1. Juli 2023 vakant.

Umwelt- und Verkehrsdezernent Andreas Kowol (Grüne) soll nach dem Willen seiner Partei das Amt weiter ausfüllen, allerdings mit anderen Verantwortlichkeiten. Er soll für Verkehr und Bau zuständig sein. Auch Axel Imholz (SPD), Kämmerer und Schul- und Kulturdezernent, hat gute Chancen weiterzumachen. Die Kandidaten, die zur Wiederwahl stehen, müssten drei bis sechs Monate vor Ablauf ihrer Amtszeit wiedergewählt werden, bei Kowol wäre das noch vor Jahresende 2022, bei Imholz im Frühjahr 2023.

Die Fraktion Volt, die sich einstimmig für den Kooperationsvertrag aussprach, würde gerne das jetzige ehrenamtliche Magistratsmitglied Christiene Jouaux-Frönd auf der ihnen zustehende Dezernatsstelle sehen. Die Linke, die den Vertrag zu 100 Prozent befürwortete, wird erstmals ein Dezernat erhalten. Beide werden sich der Ausschreibung stellen müssen.

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