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Chefarzt gefeuert

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Vorwurf der sexuellen Belästigung in Uniklinik

Von Claudia Renner

Die Mainzer Universitätsmedizin hat einen ihrer Chefärzte und Leiter einer Fachklinik entlassen. Hintergrund sind Vorwürfe der sexuellen Belästigung am Arbeitsplatz. Wie gestern bekannt wurde, hat die Leitung der Unimedizin ihn bereits seit Anfang September freigestellt. Der 49-Jährige, ein bundesweit anerkannter Pionier seines Fachs, wehrt sich gegen die Entlassung vor dem Mainzer Arbeitsgericht. Der Fall wird am 18. Januar verhandelt.

Ein Gütetermin zwischen dem Gekündigten und der Universitätsmedizin kam gar nicht erst zu Stande. Das Gericht hat bereits aufgrund der Aktenlage keine Basis für eine gütliche Einigung gesehen und somit der fristlosen Kündigung stattgegeben.

Der Vorstand der Universitätsmedizin unter Leitung von Professor. Guido Adler bestätigte: „Nach eingehender Prüfung und Beratung hat der Vorstand der Universitätsmedizin Mainz den Leiter einer Medizinischen Betriebseinheit Anfang September mit sofortiger Wirkung von seinen Aufgaben freigestellt und eine Kündigung ausgesprochen.“ Weitere Auskünfte gebe es „aus Gründen der Fürsorgepflicht“ nicht.

Zwei Beschäftigte werfen ihm schwerwiegende sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz vor. Der Personalrat der Universitätsmedizin nimmt zu dem Fall nicht Stellung: Laut Landesgesetz darf er über persönliche Angelegenheiten nur berichten, wenn die Betroffenen ihr Einverständnis erteilt haben, was bislang nicht der Fall ist.

Die Universitätsmedizin hat rund 60 Fachkliniken. Im Internet taucht der Name des Chefarztes seit gestern nicht mehr auf. Mit der Leitung seiner Klinik wurde ein Kollege kommissarisch betraut. Auf Anfragen der Mainzer Rhein-Zeitung wegen einer Stellungnahme hat er nicht reagiert

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