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GI beim Spatenstich in Wiesbaden-Erbenheim.

Neues Europa-Hauptquartier

US-Army baut 300 neue Wohnungen

Die US-Amerikaner starten den Bau einer großen Wohnsiedlung in Erbenheim-Süd. Er ist Teil des Umzugs des europäischen Hauptquartiers der Landstreitkräfte. Von Sabine Müller

Von Sabine Müller

Mehr als vier Jahre haben die US-Amerikaner gemeinsam mit Vertretern von Bund, Land und Stadt geplant, vorbereitet, Ackerland umverteilt, Genehmigungsverfahren gemeistert, bis es gestern endlich soweit war: Mit einem goldenen Spaten haben Militärs Hand in Hand mit Oberbürgermeister Helmut Müller und dem Staatssekretär des hessischen Finanzministeriums, Thomas Schäfer (beide CDU), den ersten Stich für die US-Wohnsiedlung Erbenheim-Süd gesetzt.

Angrenzend an die Airbase und die Domäne Mechthildshausen entstehen auf 41 Hektar ehemaligen Domänen-Bioäckern innerhalb von zwei Jahren 309 Wohneinheiten, vier Kinderspielplätze, drei Picknickplätze, Joggingwege, ein Baseballplatz und andere Sportplätze. Den amerikanischen Steuerzahler wird das Projekt 133 Millionen US-Dollar kosten.

Laut Roger Gerber, der für die sogenannte "Wiesbaden Transformation" verantwortlich ist, werden 76 der 309 Häuser als Einfamilienhäuser errichtet, sechs davon seien für Generäle mit ein bis drei Sternen bestimmt, die anderen für Leutnants und Colonels. Die für mehrere Familien gedachten Town-Houses ersetzen alte Wohnhäuser aus den 70ern in den Wohnsiedlungen Aukamm, Hainerberg und Crest-View, die teilweise abgerissen werden müssen.

Der Bau der neuen Wohnsiedlung steht in unmittelbarem Zusammenhang mit dem für 2012/13 geplanten Umzug des Europa-Hauptquartiers der Landstreitkräfte von Heidelberg nach Wiesbaden. Der hessische Staatssekretär Schäfer sagte anlässlich des Spatenstichs: "Mit dem Bau der Wohnsiedlung beginnt der Ausbau von Wiesbaden zum Standort eines modernen Hauptquartiers, das die Anforderungen der amerikanischen Streitkräfte in Europa bestens erfüllt." Eine Gefahr, dass Wiesbaden als Europa-Hauptquartier attraktives Anschlagsziel für Terroristen werden könne, sieht er nicht. Zumindest "nicht mehr als vorher".

Transformation-Leiter Gerber sagte der FR, dass der nächste Spatenstich bereits im Januar 2010 folgen werde. Dann sollen auf dem Paradeplatz des Airfields die Bauarbeiten für das Kernstück der Zusammenlegung starten: dem Führungs- und Kommandozentrum Europa mit 1000 Arbeitsplätzen. Bis Mai 2012 soll das 119 Millionen Dollar teure Projekt laut Gerber stehen. Damit beauftragt wurde seinen Angaben zufolge das Unternehmen M + W Zander Israel, eine israelische Tochtergesellschaft des Unternehmens aus Stuttgart.

Laut Garnisonssprecherin Anemone Rüger wird die in Wiesbaden stationierte 1. Panzerdivision nach Weihnachten zu einem zwölfmonatigen Kampfeinsatz in den Irak aufbrechen. Danach werde sie nur noch kurz nach Wiesbaden zurückkehren, bevor sie endgültig in die USA heimkehre.

Schrumpfen wird die Militärgemeinde in Wiesbaden deshalb nicht. Der Wegzug wird durch die Zusammenlegung des Europa-Hauptquartiers Heidelberg, des Fernmeldekommandos Mannheim und der Militärischen Nachrichtenbrigade aus Darmstadt vielmehr überkompensiert. Laut Rüger werden nach 2012 etwa 18000 Militärs, deren Angehörige und Zivilangestellte in Wiesbaden leben. Das sind rund 4000 mehr als bisher. Aufgrund der Veränderungen in der Landeshauptstadt habe die US-Armee den Stab der Mitarbeiter für die Öffentlichkeitsarbeit aufgestockt.

"Wir kommunizieren mehr", sagt Rüger. Den Amerikanern sei an einer freundschaftlichen Nachbarschaft gelegen. Es gehe jetzt darum, strategisch am besseren Miteinander zu arbeiten.

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