Bewohner des Lorenz-Werthmann-Hauses schauen sich in der neuen Kapelle um.
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Bewohner des Lorenz-Werthmann-Hauses schauen sich in der neuen Kapelle um.

Alten- und Pflegeheime

Millionen Euro für die Alten

Ob Caritas, AWO oder Evim: Die freien Träger investieren in ihre Pflegeheime

Von Franziska Richter

Die Situation in den Alten- und Pflegeheimen in Wiesbaden könnte kaum besser sein: Am heutigen Dienstag, 31. Januar, eröffnet die Caritas Altenwohn- und Pflegegesellschaft mbH (CAP) das umgebaute und sanierte Lorenz-Werthmann-Haus im Kohlheck.

Knapp 4,7 Millionen Euro hat die CAP für den Umbau und den Bau einer Kapelle ausgegeben. Ihm vorausgegangen war ein Neubau für rund 4,3 Millionen Euro. „Insgesamt sind wir auf einem guten Weg“, sagt die Geschäftsführerin der CAP, Barbara Handtke. Neben dem Lorenz-Werthmann-Haus seien auch das Haus Elisabeth und das Clemenshaus nicht älter als drei Jahre.

Als nächstes, so Handtke, stehe die Sanierung des Herz-Jesu-Hauses an: „Das Gebäude ist etwa 100 Jahre alt und hat Charme, aber wird modernen Pflege- und Brandschutzansprüchen nicht gerecht.“ Noch stehe nicht fest, wie das Haus umgebaut werde, „nur, dass etwas passieren muss“.

Insgesamt sechs Einrichtungen mit 247 Plätzen betreibt die CAP in Wiesbaden. Darüber hinaus gibt es Häuser in Idstein, Eltville, Flörsheim und Geisenheim. Einen Schwerpunkt lege die CAP in allen ihren Häusern auf die Pflege dementer älterer Menschen: „Zweidrittel unserer Bewohner sind an Demenz erkrankt oder auf dem Weg dahin“, sagt Handtke.

Keiner ihrer Bewohner sei jünger als 80 Jahre. Zu ihnen kämen die älteren Menschen in der letzten schwierigen Phase. „Wer zu Hause gepflegt werden kann, bleibt dort, so lange es geht und so lange es die Angehörigen leisten können.“

Diese Entwicklung kann der Geschäftsführer der Evim Gemeinnützigen Altenhilfe bestätigen. „Das Durchschnittsalter hat sich auf weit über 80 Jahre erhöht“, sagt Friedhelm Schrey. Die Evim renoviert gerade für knapp elf Millionen Euro den Katharinenstift und das Ludwig-Eibach-Haus – unter Berücksichtigung der besonderen Bedürfnisse Demenzkranker. So gebe es etwa ein Lichtkonzept: Die Grundregel laute, dass alles auf 1,60 Meter Höhe sehr hell beleuchtet werde, sagt Schrey.

Darüber hinaus würden die Bewohner, wenn sie aus dem Aufzug kämen, direkt auf beleuchtete Bilder von bekannten Wiesbadener Gebäuden blicken, etwa der Marktkirche oder dem Pavillon auf dem Neroberg. Zudem werde der Katharinenstift zu einem Fachzentrum für Demenz in Kooperation mit den Asklepios-Kliniken ausgebaut.

Auch bei der Arbeiterwohlfahrt (AWO) bewegt sich viel: Anfang April werden die ersten Bewohner in das neu gebaute Altenhilfezentrum Konrad Arndt in Bierstadt einziehen. 12,5 Millionen Euro hat die AWO allein für den Bau und die Einrichtung mit 120 Plätzen bezahlt. Das Robert-Krekel-Haus soll in den kommenden Jahren von 104 auf 70 Einzelzimmer runtersaniert werden.

Den offensichtlichen Trend zum Um- oder Neubau von Alten- und Pflegeeinrichtungen erklärt sich Geschäftsführerin der AWO, Hannelore Richter so: „Zum einen sind die Menschen viel kränker als früher, wenn sie zu uns kommen.“ Das erfordere andere Standards. Zum anderen seien die Zinsen für langfristige Darlehen gerade niedrig. „Vor zehn Jahren hat man einen Neubau noch auf die Bewohner umlegen müssen.“

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