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Wiesbaden

Bus oder Bahn ins Ostfeld

  • Madeleine Reckmann
    vonMadeleine Reckmann
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Die Diskussion um die Verkehrsanbindung ins neue Quartier in Wiesbaden kann beginnen. Ein Schienensystem ist nicht ausgeschlossen.

Das geplante Neubaugebiet Ostfeld lässt sich auch ohne Straßenbahn gut an die Stadtzentren Mainz und Wiesbaden anbinden. Der Ausgang des Bürgerentscheids, der der Citybahn eine klare Abfuhr erteilte, ist also kein K.o.-Kriterium für das neue Quartier.

Das Votum mit mehr als 60 Prozent gegen das Schienenprojekt ist so eindeutig ausgefallen, dass sich Bau- und Planungsdezernent Hans-Martin Kessler (CDU) für die nächsten Jahre keinen Beschluss für eine Straßenbahn ins Ostfeld vorstellen kann. „Aber auf Dauer ist die Schiene nicht gestorben“, sagte Kessler der FR auf Anfrage. Sie biete einfach zu viele Vorteile.

Das Ostfeld

In dem Stadtteil zwischen den Autobahnen 66 und 671 sind Wohnungen für etwa 10 000 Menschen geplant.

Zwei Gewerbegebiete für 8700 Arbeitsplätze sind vorgesehen. Das Bundeskriminalamt plant einen neuen Standort mit 7000 Arbeitsplätzen.

Das Baugebiet befindet sich in einem frühen Planungsstadium. Aktuell läuft das Zielabweichungsverfahren vom Regionalplan und die Flächennutzungsplanänderung.

Wie das neue Quartier verkehrlich in alle Himmelsrichtungen angebunden werden könne, sei daher intensiv zu prüfen – auch unter Einbeziehung eines Schienensystems. Am Dienstag ist der Startschuss dazu gefallen. Im Bau- und Planungsausschuss stellten die Verkehrsfachleute von DB Engineering&Consulting und PTV Transport Consult die Machbarkeitsstudie zur Erschließung des Ostfelds an den Öffentlichen Personennahverkehr vor. Gut möglich, dass in den nächsten Monaten wieder um Pro und Contra einer Straßenbahn in Wiesbaden diskutiert wird. Schließlich stehen stadtplanerische Entscheidungen für das Ostfeld an. „Man könnte die Korridore für Busse so planen, dass in sechs oder zehn Jahren eine Bahn fahren kann“, sagt Kessler.

Die Machbarkeitsstudie favorisiert eine Straßenbahn. Mit dem sogenannten Straßenbahneffekt ließen sich 5500 mehr Menschen für den ÖPNV gewinnen als mit Bussen, erläuterte Petra Strauß von PTV Transport im Ausschuss, insgesamt 33 000 Fahrgäste an einem Werktag. Aber auch mit einem reinen Bussystem lasse sich das Ostfeld mit den Innenstädten von Wiesbaden und Mainz sowie mit dem Frankfurter Flughafen anbinden.

Dazu müsste ein Netz von Buslinien geschaffen werden, die von der Wiesbadener Innenstadt kommend im engen Takt das Ostfeld und Mainz anfahren. Über die wieder zu errichtende Bauernbrücke über die Gleise und die Autobahn am Wiesbadener Ostbahnhof könnte eine Querverbindung von Biebrich ins Ostfeld gelangen. Auch Erbenheim könnte mit dem Bus erreicht werden. Dreh- und Angelpunkt des Konzepts sind die Mobilitätsstationen, an denen die Passagiere in andere Verkehrssysteme umsteigen können.

Am geplanten Standort für das Bundeskriminalamt in einem Gewerbegebiet im Ostfeld ist der Wechsel in die Ländchesbahn nach Niedernhausen möglich. Von dort ist es auch nur ein Katzensprung zum vorgesehenen Bahnhof bei Hofheim-Wallau und Wiesbaden-Delkenheim an der geplanten Wallauer Spange, wo zwei neue Bahnlinien (Hessen-Express) halten sollen, die den Wiesbadener Hauptbahnhof mit dem Fernbahnhof am Flughafen und den Hauptbahnhöfen in Frankfurt und Darmstadt verbinden. Die Neubaustrecke der Deutschen Bahn soll Ende 2026 abgeschlossen sein.

„Die östlichen Vororte Wiesbadens profitieren von diesem neuen Haltepunkt“, sagte Verkehrsdezernent Andreas Kowol (Grüne). „Wir wollen dort alle Verkehrsmittel an einem Punkt verknüpfen.“ Mit der Wallauer Spange bekomme Wiesbaden einen neuen Fernbahnhof.

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